Elvis and Nixon Kritik

ELVIS & NIXON“ von Liza Johnson (USA 2015; B: Joey Sagal, Hanala Sagal, Cary Elwes; K: Terry Stacey; M: Ed Shearmur; 86 Minuten; Start D: 08.12.2016); diese Begegnung hat wirklich am 21. Dezember 1970 stattgefunden: Im Weißen Haus in Washington trafen sich US-Präsident Richard Nixon und Superstar Elvis Presley.

Ausgangspunkt: Elvis, der Pop-Titan (MICHAEL SHANNON), will Amerika „helfen“. Beim Aufräumen von diesem „vielen Schmutz“ in „seinem Country“. Zunächst formuliert in einem Brief an Nixon (KEVIN SPACEY): von wegen der sich ausbreitenden „kommunistischen Gehirnwäsche“; von wegen dieser „ekligen Subkultur“ der „grässlichen Hippies“; von wegen der militanten Black-Panther-Bewegung. Von wegen aber vor allem: der vielen Drogen, die täglich ins Land schwemmen. Also bietet sich „Der King“ als Bundesagent für das „Buero Of Narcotics And Dangerous Drugs“ ehrenamtlich an. Schließlich habe er gedient und sei im Besitz von einigen Schusswaffen, von denen er einige immer mit sich trage. Gemeinsam mit seinem Kumpel Jerry Schilling (ALEX PETTYFER) tritt Elvis die Privatjet-Reise in die Hauptstadt an, wo er seinen handgeschriebenen Brief an der Pforte des Weißen Hauses höchstpersönlich abgibt.

Elvis wartet. Im Hotel; Nixon will aber nicht. Will sich nicht mit Elvis treffen. Weil aber seine Umfragewerte in der Öffentlichkeit wegen des Vietnam-Krieges kippen, drängen seine beiden engen (jüngeren) Berater auf diese „populäre Begegnung“. Mit Fotografen. Erst als seine Tochter auf ein Elvis-Autogramm hofft und ihren Präsi-Dad als „cool“ bezeichnet (was zuvor nie vorgekommen ist), wenn er sich mit Elvis trifft, stimmt Richard Nixon für eine Viertelstunde zu. Daraus werden viele „gemütliche“ Minuten mehr.

Eine Randnotiz der Weltgeschichte als vergnügliches „Together“. Zwei Alpha-Brüller im Oval Office. Elvis, der gockelhaft aufgebrezelte Ich-bekomme-alles-was-ich-will-Typ mit der schmucken Tolle, und Richard Nixon, der mit seiner gebeugten Körperhaltung leichte Unsicherheit verbreitende 1. Mann im Staate, beginnen sich „zu verstehen“. Auch wenn sich Elvis gegenüber den eigentlich angesagten Benimm-Formeln-hier ziemlich „daneben“ benimmt. Schwamm drüber: Man ist sich auf beiden Seiten der gemeinsamen Pop-Größe bewusst.

MICHAEL SHANNON („Zeiten des Aufruhrs“/“Oscar“-Nominierung; „Take Shelter – Ein Sturm zieht auf“), gerade auch in dem Werner Herzog-Movie „Salt and Fire“ Leinwand-aktiv, zählt gegenwärtig zu den angesagtesten US-Schauspielern überhaupt. Als KING besitzt er freche Nonchalance und die arrogante majestätische Ausstrahlung eines gewohnt „Unwiderstehlichen“. „Oscar“-Hero KEVIN SPACEY („Die üblichen Verdächtigen“; „American Beauty“) kennt sich ja als aalglatter Polit-Führer bestens aus („House of Cards“) und amüsiert als eine skurrile Verkörperung des Machthabers (der ja bald darauf wg. „Fehlverhalten“ sein Amt räumen wird, wie es bei uns im Kopf mit-tickt), der sich hier, „auf Mensch“ getrimmt, eigennützig präsentiert.

Eine köstliche Verbal-Veranstaltung, diese prächtig Show um die „spezielle“ Begegnung zweier historischer Alphas (= 4 PÖNIs).