Ein gutes Jahr Kritik

EIN GUTES JAHR“ von Ridley Scott (USA/GB 2006; 116 Minuten; Start D: 09.11.2006); einem der herausragendsten Filmemacher unserer Zeit. Der gebürtige Brite vom Jahrgang 1937 hat Genre-Filmgeschichte durch Klassiker wie „Die Duellisten“ (1977/Debütfilm/gleich „Jury-Preis“ in Cannes), „Alien“ (1979), vor allem natürlich „BLADE RUNNER“ (1982), aber auch „Thelma & Louise“ (1991) sowie „Gladiator“ (2000/5 „Oscars“, darunter „Bester Film“ und „Bester Hauptdarsteller“ Russell Crowe) geschrieben/inszeniert. Hier lässt er es diesmal „ruhiger“ angehen, adaptierte den gleichnamigen, 2004 herausgekommenen und inzwischen zum Bestseller avancierten Roman des Engländers PETER MAYLE.

Dabei im Blick- und Mittelpunkt: Der zynisch-coole Londoner Investment-Banker Max Skinner. Der kennt nichts Anderes als eine mit Dauer-Arbeit/-Präsenz ausgefüllte 7 -Tage-Woche, in der es vor allem immer nur um das Eine geht: Mächtig viel „Kohle“ zu machen. Doch dann spielt ihm das Leben einen ebenso zufälligen wie angenehmen Streich (auch wenn er das anfangs „ganz anders“ sieht): Max erbt in der südfranzösischen Provence das kleine Weingut seines Onkels Henry. Mit dem hatte er in der prägenden Kindheit/Jugend einen tollen Kontakt, doch dann verschlug es ihn in die große Börsen-Welt; jedenfalls hatten die Beiden seit über 10 Jahren keinen Kontakt mehr. Max möchte das komfortable Gut, wie gewohnt, schnell verkaufen/zu Geld machen, doch das läuft hier halt nicht so schnell ab wie gewünscht. Und Max muss sich, wohl oder übel, auf die provenzalische Lebensart einlassen und entdeckt dabei nach und nach deren außerordentliche wie wunderschöne Vorzüge: Landschaftlich wie privat. Stichwort: Lebensart und Liebe.

Natürlich eine vorhersehbare Geschichte, aber einem Regisseur wie Ridley Scott gelingt es durchaus, diese an sich banale Story in einen durchaus pointierten, charmanten und dabei höchst unterhaltsamen Film zu verwandeln. In dem die Emotionen und Gedanken, sowie auch der fein zusammengestellte, stimmungsvolle SOUNDTRACK, bestens mit den guten Schauspielern korrespondieren: RUSSELL CROWE gibt prima das nette Raubein, das „ins Leben“ zurückgeholt wird, währenddessen Spitzenakteure wie ALBERT FINNEY („Mord im Orient-Express“; neulich der Chef von „Erin Brockovich“/Julia Roberts; „Big Fish“), MARION COTILLARD („Cesar“ als „Beste Nebendarstellerin“ in „Mathilde – Eine große Liebe“/2004), TOM HOLLANDER („Gosford Park“) sowie der kleine FREDDIE HIGHMORE als „Young Max“ (neulich Hauptdarsteller in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ von Tim Burton; davor bereits „auffällig“ in „Wenn Träume fliegen lernen“, neben Johnny Depp) souverän-sympathische Stichwortgeber sind.

Der Film „Ein gutes Jahr“ zeigt sich wie ein freundlich-unbeschwertes, mediterran-lakonisches Menü: Appetitlich wie amüsant; ein köstlicher Kinofilm (= 4 PÖNIs).