Edge of Tomorrow Kritik

EDGE OF TOMORROW“ von Doug Liman (USA 2012/2013; B: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth; nach dem japanischen Roman „All You Need Is Kill“ von Hiroshi Sakurazaka/2004; K: Dion Beebe; M: Christophe Beck; 113 Minuten; Start D: 29.05.2014); EINE WUTREDE: selten so lustlos an eine Kritik herangegangen. Motto: Wieder einmal „derselbe Film-Müll“. Aus Hollywood. Für 175 Millionen Dollar fabriziert. Hunderte Mal gesehen, bis auf neue technische Mätzchen das ewige Gebrüll-Duell um „Wie rette ich die Welt“. Vor vernichtungswilligen, spinnenartigen Metall-Aliens. Die aus dem Sand kommen.

TOM CRUISE, wird demnächst (am 3. Juli) 52 Jahre alt, soll es wieder einmal richten. War ja schon davor, in dem mäßigen Streifen „Oblivion“, mit intergalaktischem Kriegstreiben beschäftigt. Hier dampft er als US-Major Bill Cage, eigentlich PR-Experte der Armee, an die Front. Unfreiwillig. Ohne jede Kampferfahrung. Oder Vorwarnung. Ab in diese riesigen Blech-Uniformen und – er wird natürlich sogleich abgemurkst. Und wacht danach genau an jener Flughafenstelle wieder auf, von wo es losging. Und wieder und wieder und….wieder. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ in der Militär-Schleife.

Natürlich „verbessert“ sich der Typ kriegstechnisch, kämpferisch, von einem Erschossen-Werden zum anderen. Lernt ein „guter Militär“ zu werden. Zu sein. Hat eine erprobte Kameradin (EMILY BLUNT) an seiner Seite, mit der er sich bei jeder „Rückkehr“ in immer stärkere Soldatenform trainiert. Zwischendurch die üblichen Fights. Und das patriotische Gequatsche. Noch sind diese teuflischen Aliens nicht zu besiegen. Doch Cage ist besessen. Wird es diesem tapferen Amerikaner gelingen, die Welt doch noch vor dem Zerfall zu retten?

Schön ist, dass diese Tom Cruise-Figur andauernd stirbt. Blöde nur, dass sie danach immer wieder auftaucht. Wiedergeboren wird. Um weiter zu kämpfen. Krieg ist halt wohl doch was Sinnvoll-Feines, oder? Wo sich MANN aus den USA letztlich immens bewähren kann. Wenn es nach diesem saudoofen Hollywood-Schwachsinn geht. Der weder plausibel noch irgendwie spannend ist. Ganz im Gegenteil: Dauerhaft stinklangweilig, mit bemühten Humorversuchen und proppevoll mit tollen neuen vorzeigbaren Ami-Waffen.

„Edge of Tomorrow“ ist wieder so ein aufwändiger Werbefilm seitens der Hollywood gerne „unterstützenden“ US-Militärindustrie. Motto: Schaut, was wir alles entwickeln. Haben. Denn ich lese: Die hier „vorkommenden künstlichen Exoskelette gibt es bereits. Neben anderen Modellen für Medizin und Militär wurde 2014 an der Eliteuniversität Sant‘ Anna in Pisa der ´Body Extender´ entwickelt, der dem Exoskelett im Film ähnlich sieht. Mit ihm kann man mühelos 50 Kilogramm pro Arm tragen. Mit einem anderen Gerät namens ‚Hulc‘ können Soldaten 90 Kilo Marschgepäck transportieren“ (aus der Filmbesprechung in TV Digital Nr.11 vom 9.5.2014).

Na prima. Wäre solchen neuen Militärgeräte nicht auch etwas für unsere Bundeswehr? Deren „Ausstattung“ soll ja auch noch im Argen liegen. Andererseits: Man hat ja dort wohl noch an diesen flugunfähigen teuren Drohnen zu knabbern, die so umfangreich eingekauft wurden. Für 650 Millionen EURO, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe. Aber schweifen wir nicht auch ab: Der Regisseur von so spannenden Popcorn-Movies wie „Die Bourne Identität“ (2002) oder „Mr. & Mrs. Smith“ (2005/ mit Pitt & Jolie), der zuletzt mit „Fair Game – Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit“ (2010) einen exzellenten (politischen) US-Spannungsdenkfilm vorstellte, hat hier nur dämliche Unterhaltungsscheiße gewerkelt. Abgeliefert. Als dürftiges 3 D-Lobbyisten-Movie des US-Militärs. Mit reichlich Ekel-Charme (= 0 PÖNI).