Die etwas anderen Cops Kritik

DIE ETWAS ANDEREN COPS“ von Adam McKay (Co-B+R; USA 2010; 107 Minuten; Start D: 14.10.2010); der 1968 in Philadelphia geborene Drehbuch-Autor, Filmproduzent und Regisseur war als Autor von 1995 bis 2001 bei der berühmten „Saturday Night Live“-TV-Anarcho-Show tätig, wo „schräge Vögel“ wie einst „Blues Brother“ John Belushi, ein Chevy Chase und auch ein Will Ferrell auftraten. Und genau um DEN geht es, um den am 16. Juli 1967 in Kalifornien geborenen Comedy-Akteur: WILL FERRELL. Adam McKay schuf mit ihm seine bislang sämtlichen Kinofilme: „Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy“ (2004/unbekannt); den köstlich-frechen und bei uns leider unterschätzt gebliebenen Spaß „RICKY BOBBY – KÖNIG DER RENNFAHRER“ (2006) sowie davor „Die Stiefbrüder“ (2008). Will Ferrell ist ein Phänomen. In den Staaten, weniger bei uns. Dort jedenfalls gilt er als Super-Spaßvogel und Hollywood-Star (mit entsprechenden Gagen). Erreicht durch dortige Erfolgsfilme wie „Die Eisprinzen“ (2007/mit Owen Wilson); „Schräger als Fiktion“ (2006); „The Producers“ (2005); „Die Hochzeits-Crasher“ (2005; mit Owen Wilson) oder „“Buddy – Der Weihnachtself“ (2003). Wurde er 2001 noch mit dem „American Comedy Award“ als „Lustigster männlicher Darsteller in einem TV-Special“ bedacht (für „Saturday Night Live: Presidential Bash“), bekam er 2006, zusammen mit Nicole Kidman, die „Goldene Himbeere“ als „Schlechtestes Kino-Duo“ (in „Verliebt in eine Hexe“). 2007 schließlich erhielt Will Ferrell den „MTV Movie Award“ in der Kategorie „Bester Kuss“, zusammen mit „Borat“ Sacha Baron Cohen“, in „Ricky Bobby – König der Rennfahrer“.

„The Other Guys“, so der Originaltitel, läuft auf der Parodie-Schiene über die 80er „Bullen-Filme“. Wo Asse wie Eddie Murphy („Beverly Hills Cop.“; „Nur 48 Stunden“) oder Mel Gibson („Lethal Weapon“) nicht nur schnell schießen, sondern dabei auch schnelle pointierte Witze reißen konnten. Auf dieser Ebene streifen eingangs die übergroßen Cop-Heros Samuel L. Jackson und Dwayne „The Rock“ Johnson durch New York. Walzen alles teuer wie brachial nieder, was sich ihnen in den Weg stellt, und werden dafür als wahre „Tarzans“ geliebt und gefeiert. Doch dann springen die toughen Jungs so mir nichts dir nichts vom Dach und sind… Vergangenheit.

Neue Polizeihelden werden dringend benötigt. Terry Hoitz (MARK WAHLBERG) wäre sofort bereit. ER fühlt sich stark, wütend genug, um es „mit der Meute da draußen“ aufzunehmen, außerdem ist er ein begnadeter Ballett-Tänzer, aber sein ausuferndes „Nitro“-Temperament steht ihm im Weg. Zudem hat er einen Partner zur Seite, für den der Begriff „Schlaftablette“ noch arg untertrieben ist: Detective Allen Gamble (Will Ferrell) von der Abteilung Wirtschaftskriminalität mag es Buchhalter-freundlich. Am wohlsten fühlt er sich lächelnd an seinem Computer-Platz. Wenn er die unbeliebten Schreibarbeiten erledigen darf. Er mag alle und jeden, hat immer ein gutes Wort übrig, fährt stolz einen alten Toyota Prius. Und was Terry Hoitz noch verrückter macht, ist die Tatsache, dass offensichtlich alle FRAUEN auf diesen Langweiler-Typen mit der Nickelbrille stehen.Doch DER merkt das gar nicht. Muss er auch nicht, der zuhause wartet doch eine Granate von Sexy-Ehefrau wie EVA MENDES auf ihn. Und erfüllt ihm offensichtlich auch JEDEN Wunsch. Terry rastet beinahe schon wieder aus.

Dann aber kommt ihre Chance. Es sich und vor allem den arroganten Kollegen einmal so richtig zu zeigen. Dabei gilt es, einen windigen Finanzmanager „auszuhebeln“ (mit köstlichem Briten-Sprach-Charme: STEVE COOGAN, geboren in Manchester/GB, bekannt aus „Tropic Thunder“/2008 und den beiden „Nachts im Museum“-Filmen/2006+2009). Was die Handlung fortan betrifft, wurscht. Die Pointen-Bälle, die sich der markige Hans-Dampf Mark Wahlberg („Max Payne“/2008; „Departed – Unter Feinden“/2006 oder „The Italien Job – Jagd auf Millionen“ und anfangs „Boogie Nights“/1997) und eben der hochgeschossene Trockentyp Will Ferrell zuschießen, sind mitunter wirklich komisch, witzig, lachhaft. Und darum geht´s. Bei den zahlreichen nummernhaften Sketch-Episoden funkt es des Öfteren hier richtig gut. Wenn Adam McKay dagegen sich bemüht fühlt, hier irgendeine Story zusammenzuzimmern, gähn. Die gagigen Einzelteile, die doppelbödigen Blicke, Gesten, „Erklärungen“, körpersprachlichen Bewegungen sind es, die „The Other Guys“ ulkig ausmachen. Und im Gedächtnis bleiben.

Kein großer Holly-Wurf, aber immerhin solide schmunzelnd unterhaltsam (= 3 PÖNIs).