Despereaux Kritik

DESPEREAUX – DER KLEINE MÄUSEHELD“ von Sam Fell und Rob Stevenhagen (USA/GB 2008; 93 Minuten; Start D: 19.03.2009); ist ein computer-animierter Trickfilm und der erste abendfüllende Spielfilm der britischen Firma „Framestone“, die bisher vorrangig Werbespots und visuelle Effekte produzierte (ihr Eisbär in „Der goldene Kompaß“ kam zu „Oscar“-Ehren). Man adaptierte das 2003 erschienene Kinderbuch „The Tale of Despereaux“ (deutsch: „Despereaux – Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“). Die komplexe Struktur dieser Vorlage läßt sich kaum eins zu eins auf die Leinwand „pressen“ und führt dazu, daß die Geschichte um eine Maus, eine Ratte, eine Magd und eine Prinzessin filmisch wenig zündet. Zu viel wird nebeneinander erzählt, zu oft verschwinden Figuren zu lange einfach von der Bildfläche.

Ein viel zu kleiner, zudem gegen jede Regel der betulichen Mäusewelt verstoßender Mäuserich wird aus der Gemeinschaft verstoßen und in die Welt der Ratten geschickt. Dort findet er einen Freund, der ihn wiederum ins menschliche Schlaraffenland „Dor Magie“ einführt, wo seit dem Tode der Königin vom traurigen König alle kulinarischen Freuden verboten sind. Während sein Rattenfreund auf Rache sinnt, sehnt sich die Maus nach Harmonie und Frieden. Und hilft gerne. DiCamillos Roman besteht aus 4 „Büchern“. Im ersten wird die Maus-Story behandelt; in zweiten die Ratte Roscuro präsentiert; im dritten kommt die Fabel der Magd Miggery Sow ans Licht, bevor dann im vierten alle Beteiligten „lösungsgemäß“ aufeinandertreffen.

Diese Parallel-Dramaturgie wirkt im Film gedanklich deplaciert und emotional nicht tragbar. Beliebigkeit, Belanglosigkeit, Desinteresse sind die Folge. Wenn auch die Schauwerte enorm sind: Der Animationsstil ist an die Werke holländischer und flämischer Meister wie Rembrandt, van Eyck oder Hans Memling angelehnt. Während der aus Suppengemüse bestehende Kochgehilfe, der einem magischen Rezeptbuch entsteigt, an die surrealistischen Gemälde eines Salvador Dali erinnert. Doch das sind gut-gemeinte, aber nicht „funktionierende“ Ambitionen. Denn das (zu) viele und nur von einer Erzählerin halbwegs zusammengehaltene Neben- und Durcheinander von Charakteren, Handlungssträngen und Erzählmotiven überfordert nicht nur jüngste/junge Kinogänger maßlos, sondern „nervt“ auch ihre Begleiter (= 2 PÖNIs).