Dieb der Worte Kritik

DER DIEB DER WORTE“ von Brian Klugman + Lee Sternthal (B+R; USA 2011; 102 Minuten; Start D: 23.05.2013); das Regie-Debüt der beiden schon seit Kindertagen befreundeten Autoren kann mit einem namhaften Ensemble aufwarten: Bradley Cooper („Hangover“; „Silver Linings“), „Oscar“-.Preisträger Jeremy Irons (gegenwärtig noch mit „Nachtzug nach Lissabon“ in den Kinos), Dennis Quaid („The Day After Tomorrow“) sowie Zoe Saldana („Colombiana“ und Olivia Wilde (diese Woche auch in meiner Heimkino-Empfehlung „Cold Blood“ mitmischend). Dennoch „funktioniert“ der Film nur am Anfang.

Ebene 1: Wenn Dennis Quaid als Schriftsteller Clay Hammond einem vollbesetzten Auditorium aus seinem neuen Roman „The Words“ vorzulesen beginnt. Thema: Die Lüge. Von wegen Ideenklau. Der New Yorker Jung-Autor Rory Janson (Bradley Cooper) kriegt seinen ersten Roman nicht hin. Ideenblockade, Mittelmäßigkeit. So etwas in der Nichtschreibart. Als ihm seine attraktive Frau Dora (Zoe Saldana) eine alte antiquarische Aktentasche schenkt, beginnt sein Aufstieg. In dieser Tasche befindet sich ein altes, vergilbtes, mit Schreibmaschine getipptes Roman-Manuskript. Natürlich, er „übernimmt“ das gute Stück und steigt zum gefeierten Literatur-Neuling auf. Ebene zwei. Ein namenloser alter Mann bestreitet Ebene drei (Jeremy Irons). ER gibt sich als wahrer Verfasser des Erfolgsbuches zu erkennen. Und erzählt Rory ausführlich, was es mit dieser traurig-schönen Liebesgeschichte wirklich auf sich hat. Dass „die Buchstaben“ auf tatsächlichen Begebenheiten aus seiner Vergangenheit beruhen. Ende des Zweiten Weltkriegs, als er sich in eine Französin verliebte. Und ihre Beziehung zerbrach, als ihr Kind verstarb. Und er, um dieses Schicksal zu bewältigen, seinen Roman schrieb. Um ihn dann in jener Aktentasche zu verlieren.

Ein „richtiger“ Autor und seine „lebendig“ werdenden Fiktionsfiguren. Der Film schwingt zwischen diesen drei Ebenen hin und her. Vermag dabei kaum zu fesseln, weil sich weder die Heute-Gestern-Vorgestern-Ebenen „verstehen“ noch die Darsteller etwas „zu reißen“ vermögen. Trotz ständiger bedeutungsschwangerer musikalischer Beigaben von Geigen und Piano (Komponist: Marcelo Zarvos). Und einem (wenigstens) etwas knisternden Ehedrama zwischen Fälscher Rory und seiner wütenden Gattin Dora. Die die gemeinsame Zukunft infrage stellt, als sie vom Plagiat ihres Mannes erfährt. DER aber wird von einem (Mit-Produzenten) Bradley Cooper mehr schlecht als recht dargeboten. Mehr quälend denn gequält. Und auch die Anderen vermögen kaum, spannend zu inspirieren. Ihre Emotionen sind auf Kühlhausniveau langweilig angerichtet. Ein komplizierter Streifen voller leerem Unmoral-Puder, dargeboten als verwobenes Kuddelmuddel-Puzzle. Um wenig. Fast nichts (= 2 PÖNIs).