DIE GOLDFISCHE

„DIE GOLDFISCHE“ von Alireza Golafshan (B + R; D 2018; K: Matthias Fleischer; M: Carlos Cipa; 112 Minuten; deutscher Kino-Start: 21.03.2019); der deutsche Komödien-Film befindet sich weiterhin auf der Peinlichkeitsspur. TOM SCHILLING, seit „Oh Boy“ (s. Kino-KRITIK), „Who am I“ (s. Kino-KRITIK) und zuletzt „Werk ohne Autor“ (s. Kino-KRITIK) sehr gut im deutschen Film-Gespräch, mimt einen dynamischen Geld-Manager namens Oliver Overrath auf der Überholspur. Als er einen Unfall baut, nach dem er querschnittsgelähmt ist, akzeptiert er diese „Behinderung“ nur widerwillig. Um in der REHA sofort weiter „Business“ zu machen. Am bzw. mit dem Laptop. Als wäre das alles nur eine Banalität. „Das mit seinem Körper“. Doch so einfach wie gedacht funktioniert das nicht. Als er gerade nach einem WLAN-Empfang sucht, landet er bei einer Behinderten-WG, genannt „Die Goldfische“. Mit einer blinden, zynischen Alkoholikerin (BIRGIT MINICHMAYR), dem Autisten Rainman (!: AXEL STEIN), dem aufmüpfigen Down-Syndrom-Mädel Franzi (LUISA WÖLLISCH), dem angstgestörten, stummen Michi (JAN HENRIK STAHLBERG), einem spielsüchtigen Pfleger (Rapper Kida Khodr Ramadan) sowie mit der voll-naiven, also entsetzlich dümmlich auftretenden Gutmensch-Pädagogin Laura (JELLA HAASE). Irgendwie interessieren DIE ihn erst überhaupt nicht, dann doch. Weil er sie braucht. Denn mit deren Hilfe ist er dann bemüht, sein in der Schweiz gebunkertes Schwarzgeld „zu holen“. Also macht man sich zusammen mit einem klapprigen Bus auf nach dorthin. Details: egal. Nur unglaubhaft. Blöd-sinnige „Abenteuer“: zum völligen Fremdschämen. Unangenehm. Dumm-quatschig. Einzig die wirklich quirlige, kesse Franzi kriegt hier wenigstens etwas Pointen-Puste ins trübe Geschehen, etwa wenn sie in Zürich im Edel-Mode-Laden zünftig einkauft; ansonsten aber sind alle meistens mehr als weniger Figuren-blöd: Tom Schilling als Oliver wirkt unterbelichtet; Axel Stein als eindimensionaler Ewig-Popper-Macher voll dauer-peinlich; Birgit Minichmayr unangenehm-lädiert; die „Fack ju Göhte“-Göre Chantal als Betreuerin nur unangenehm „daneben“.

Inhaltlich tumb-mau. Nur vorgegaukelte, notdürftig-konstruierte Konflikte. Das „kränkliche“ Kino-Debüt des 32-jährigen Alireza Golafshan, Absolvent der Abteilung Regie bei der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen, wirkt nicht wie ein fertiger Kinofilm, sondern wie eine herbei-gestammelte, und auch noch überlange filmische Fingerübung, der man keine Sekunde abnimmt, was da passiert: albern-peinlich.

„Die Goldfische“: ohne richtigen Witz und fidelen Charme; Story-mäßig voll unterentwickelt; die enorme Dauer-Langeweile. Mal wieder – auch dieser neue deutsche Komödien-Versuch hat im Kino nichts zu suchen. Versendet sich demnächst bei Pro Sieben, deshalb darf ja auch deren Klaas Heufer-Umlauf kurz mal zeigen, warum er kein Schauspieler ist (= 1/2 PÖNI).

 

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