The Dead

Der große, alte Mann des amerikanischen Kinos. Der mit Filmen wie “Der Malteser Falke“, “Der Schatz der Sierra Madre“, “African Queen“, “Moby Dick“ und “Die Ehre der Prizzis“ Klassiker gemacht hat. Kürzlich starb er im Alter von 81 Jahren. Und hinterließ eine letzte Arbeit. Ausgerechnet „THE DEAD“ von John Huston (USA 1987; 83Minuten; Start D: 16.09.1987); heißt sie, und sie basiert auf eine seiner literarischen Lieblingsgeschichten: “Die Toten“ von James Joyce. In „The Dead“ geht es um die elementaren Bedingungen des menschlichen Lebens: um Liebe, Ehe, Zuneigung, Freundschaft und um den Tod, der hier in einer betörenden Schluss-Art und Weise beschrieben wird, dass einem fast der Atem wegbleibt. Aber der Reihe nach. Die Handlung spielt an einem Januarabend im Dublin des Jahres 1904.

Bei zwei Damen der Gesellschaft trifft sich eine muntere, aufgekratzte und mit Anekdoten nur so um sich werfende Gruppe aus Bekannten und Verwandten. Man tanzt, spricht viel miteinander, beginnt mit einem prächtigen Essen, erinnert sich an Vergangenes und Gegenwärtiges, trinkt sehr viel, und dann ist schon wieder alles vorbei. Für zwei Personen, einem Ehepaar in den besten Jahren, aber wird dieser Abend und seine Ereignisse zu einem bewegenden Resümee einer Ehe, die anscheinend nicht immer „zu gleichen Teilen“ gelebt wurde.

„The Dead“ von John Huston ist eine Verbeugung vor Irland und seinen außergewöhnlichen Menschen, ist ein Liebesfilm an Menschen überhaupt, ist ein stiller Abschied eines Regisseurs, der auf ganz andere, innere Weise zum Schluss auf Abenteuersuche geht. „The Dead“, das ist der kraftvolle, wunderbare Charme eines Weisen, das ist die sinnliche Poesie eines großen Künstlers, das ist die Bilanz eines gelebten Lebens.

Der Abschied von John Huston fällt schmerzlich, aber auch betörend aus (= 4 ½ PÖNIs).