Das grenzt an Liebe Kritik

DAS GRENZT AN LIEBE“ von Rob Reiner (USA 2013; B: Mark Andrus; K: Reed Morano; M: Marc Shaiman; 93 Minuten; Start D: 06.11.2014); ach guter ROB REINER. Du bist ja inzwischen 68, aber deshalb musstest du doch nicht so einen altbackenen – hausbackenen Komödien-Sirup abliefern. Mensch, du bist doch immer noch ein Favorit, wenn es um bessere Unterhaltung im Hollywood-Kino geht, siehe einst und unvergessen „Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers“; natürlich dank „Harry und Sally“, aber auch durch die Adaption des Stephen King-Thrillers „Misery“ oder durch die Militär-Spannung „Eine Frage der Ehre“ (mit Tom Cruise & Jack Nicholson). Im hiesigen TV läuft auch immer wieder ihre US-Präsidenten-Schelmerei „Hallo, Mr. President“ (1995; mit Michael Douglas + Annette Bening) und das tragikomische Drama „Das Beste kommt zum Schluss“ von 2007; mit Jack Nicholson und Morgan Freeman).

Und jetzt nur DAS. Da kabbelt sich müde ein in die Jahre gekommenes Veteranen-Pärchen aus Hollywood, MICHAEL DOUGLAS und DIANE KEATON, nach dem Motto: Was sich liebt, das neckt sich erst. Eine ganze lange Weile. Eine knapp Zehnjährige wird erst (von seinem Sohn, mit dem er ewig keinen Kontakt hatte und der jetzt kurz mal in den Knast muss) bei IHM, dem Grantigen, und dann bei IHR, der Charme-Lady, geparkt. Was zu immer mehr „Gemeinsamkeiten“ führt. Man wohnt sowieso schon komfortabel in dem malerisch gelegenen Vier-Parteien-Holzhaus in Wasser-Nähe, während er, der Solisten-Genießer, vor allem bemüht ist, seine ehemalige großzügige Villa in der Gegend über Wert zu verscherbeln. Um dann endgültig von hier abhauen zu können.

Michael Douglas mimt den sarkastischen Ego-Grantler mit dem sich immer mehr öffnenden guten Doch-Herzen; Diane Keaton strahlt charming wie eh und je. Und singt auch ein bisschen. Doch von treffsicheren Pointen inmitten einer kurzweiligen Story kann keine Rede sein; mühsam zieht sich das Promi-Geplärre über die Zeit-Runden. Komödien-Späße von Rob Reiner sehen und hören sich eigentlich ganz anders, nämlich sehr viel knalliger und unterhaltender an. Dies hier ist nur ältliches, konventionelles Vergnügungs-Gebräu (= 2 PÖNIs).