Claras Geheimnis Kritik

CLARAS GEHEIMNIS“ von Robert Mulligan (USA 1988; 108 Minuten; Start D: 31.08.1989).

Die Welt der Erwachsenen ist unstabil, kaputt, voller Streit und Enttäuschungen im Film “Clara‘s Geheimnis“.
Der wohlhabenden Familie Hart ist ihre jüngste Tochter gestorben. Über diesen Verlust kommen sie nicht hinwegund vernachlässigen ihren Sohn David. Auf einem luxuriösen Erholungsurlaub in Jamaika lernt das Ehepaar die Einheimische Clara (Whoopi Goldberg) kennen. Clara wird als Haushälterin und Kindermädchen engagiert.

David ist 12 und findet das alles zum Kotzen. Er braucht kein Kindermädchen und schon gar keine ausgeflippte Schwarze. David will seine Eltern. Aber Mutter hat schon einen neuen Mann an der Hand und Vater gleich mehrere Liebhaberinnen. Wie gesagt, hoffnungslose, desolate Verhältnisse bei den Erwachsenen.
Da wird dem Zuschauer der sommersprossige, beleibte David mit der Zeit richtig sympathisch. Er lässt sich nichts gefallen, er kontert. Seine Eltern hat er so gut wie abgeschrieben.
Clara und ihr Umfeld findet er mittlerweile viel spannender.
Er kann den jamaikanischen Dialekt täuschend echt nachmachen und findet die Kirchenfeiern der Schwarzen einfach toll.

Diese Momente gehören zu den nettesten im Film, weil sie ein leichtes, unbeschwertes Lebensgefühl zeigen. Ansonsten dominieren in „Claras Geheimnis“ nämlich Situationen, die sagen: „Eine ungerechte, fürchterliche Welt ist das. Und da soll ich jetzt mitspielen?“
David’s Eltern lassen sich schließlich scheiden. David geht fast widerwillig zu seiner Mutter, aber vorher, fast als Abschiedsgeschenk, erzählt Clara ihm noch ihr Geheimnis, daher der Titel. Und wie sollte das schon aussehen in solch einem deprimierenden Film?

Na Clara hat natürlich das entsetzlichste Lehensschicksal, das einem Menschen auf Erden nur widerfahren kann (= 2 PÖNIs).