DIE CHRONIKEN VON NARNIA – PRINZ KASPIAN VON NARNIA

DIE CHRONIKEN VON NARNIA – PRINZ KASPIAN VON NARNIA“ von Andrew Adamson (B+R; USA 2007; 150 Minuten; Start D: 31.07.2008); einem 41jährigen neuseeländischen Regisseur und Autor, der 2001 mit dem Animationsfilm “Shrek“ sein Regie-Debüt gab und danach auch “Shrek 2“ verantwortete (2004). Sein neues Projekt ist nach “Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ aus dem Jahr 2005, bei dem er auch am Drehbuch mitschrieb und Regie führte, die 200 Millionen Dollar teure wie aufwändige Fortsetzung der Fantasy-Roman-Adaptionen von C.S. Lewis.

“DIE CHRONIKEN VON NARNIA“ sind eine 7bändige Serie von Fantasyromanen, die zwischen 1950 und 1956 vom britischen Schriftsteller Clive Staples Lewis (29.11.1898 – 22.11.1963) geschrieben und veröffentlicht wurden (und mit Abstand sein bekanntestes Werk geblieben sind). Mehr als 95 Millionen Ausgaben der Bücher wurden seit der Erstveröffentlichung im Jahr 1950 in 41 Sprachen verkauft und in Radio, Fernsehen, Theater und Kino umgesetzt. Parallelen zur “HERR DER RINGE“-Trilogie von John Ronald Reuel TOLKIEN sind nicht zufällig: Beide waren miteinander befreundet, lehrten zugleich an der Universität Oxford, beide waren überzeugte Christen und erzählen vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Wobei Lewis direkter bzw. deutlicher in der Fantasy-Variante des Neuen Testaments vorging: Jesus tritt hier in Gestalt eines strengen Löwen-Guru mit Namen Aslan auf, der sich hinrichten lässt, um einen armen menschlichen Sünder zu retten, um dann sogleich wiederaufzuerstehen und das Böse zu vernichten.

Nach den überwältigenden Kino-Erfolgen mit den “Der Herr der Ringe“-Filmen des Neuseeländers Peter Jackson (2001-2003) investierte die ansonsten mit eher lieblichen Animationsstreichen aufwartende WALT-DISNEY-Filmfirma 2004/2005 geschätzte 150 bis 180 Millionen Dollar, um zweigleisig Kasse zu machen: In den USA wurde der Film “Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“ vom “Bambi-Konzern“ als fundamentalistische Christen-Botschaft verkauft, während in den “gottlosen Ländern“ wie Deutschland, die vorhersehbare, humorfreie Kitsch- und Trick-Orgie als pures Fantasy-Abenteuer (und Harry-Potter-Konkurrent) Anfang Dezember 2005 in unseren Kinos herhalten musste,

Nun also die Fortsetzung, die allerdings Kenntnis der Vorgeschichte voraussetzt. Kamen die vier britischen Pevensie-Geschwister Lucy, Edmund, Peter und Susan damals noch durch eine Schranktür in die Parallelwelt Narnia, befinden sie sich jetzt, wir schreiben das Jahr 1941, auf dem Weg zur Schule, als sie von einem starken Wind aufgesogen werden und sich sogleich In Narnia wiederfinden. Von dort hat sie Prinz Kaspian mittels eines magischen Horns zu Hilfe gerufen. Zwar ist für die Kinder “irdisch“ nur ein Jahr seit dem ersten Aufenthalt vergangen, doch in Narnia sind inzwischen 1300 Jahre ins Land gezogen. König Miraz und seine Telmarer haben eine Diktatur-Herrschaft errichtet, die Magie von einst ist verschwunden, das Traumland, wie es die Geschwister kennen, existiert nicht mehr. Der rechtmäßige Thronerbe möchte seinen bösen Onkel verjagen und benötigt für seine Waldguerilla die Unterstützung der kleinen “britischen Hilfstruppe“. Fortan sind blutige Schlachtgetümmel an der üppig-brutalen Tagesordnung, die kämpferischen Kids immer mittendrin, dazu die obligatorischen Tricks & Special-Effects, durch die Bäume lebendig werden und Katapult-Geschosse durch die Gegend krachen.

Für Kinder ist der Film streckenweise viel zu furchteinflößend-gewalttätig, für ihre Erzeuger viel zu schlicht. Dazu kommt das völlig uninteressante Hauptakteuren-Quartett. Sowie diese blöde “himmlische Botschaft“: Denn wie einst die Kreuzritter des Mittelalters ziehen hier die Narnier in eine Art “Heiligen Krieg“. Angetrieben von ihrem Schlachtruf “Für Aslan!“ hoffen sie auf seinen Beistand. Die Anlehnungen an die Bibel sind unübersehbar, vor allem dann am Schluss, wenn sintflutartige Wassermassen alles Böse vernichten. Nicht die eigene Stärke ist also wichtig, sondern das blinde Gottvertrauen. So weiterhin die verlogene, reaktionär-fundamentalistische KriegsHeils-Botschaft hier.

“Halleluja, lobet den Löwen“, notiert denn auch der “Tip“ und beschreibt schon in der Überschrift den ärgerlichen Film-Weg: “Das Herrchen der Ringlein“. 150 Minuten dummes Düster-Kino (= 1 PÖNI).