Chocolat – Verbotene Sehnsucht Kritik

CHOCOLAT – VERBOTENE SEHNSUCHT“ von Claire Denis (Fr/D/Kamerun 1988; 105 Minuten; Start D: 24.08.1989).

„Chocolat“ heißt ein Film von Claire Denis und das daraus zu Deutsch eigentlich kein Titel wie “Verbotene Sehnsucht“ herauskommen dürfte, merkt jeder Sprachdilettant.
Claire Denis lässt zu Beginn ihres Filmes eine junge Frau am Strand sitzen – regungslos, minutenlang. Und schon beschleicht den aufmerksamen Zuschauer ein Unwohlsein, dass die massive Langeweile einleitet.
Später fährt die Frau mit einem Schwarzen und dessen Sohn im Auto. Der Sohn möchte Fanta trinken, Zeichen dafür, dass das Geschehen wohl in der heutigen Zeit spielen soll,. Aber wo der Film spielt. wissen wir immer noch nicht.
Schnitt. Jahre vorher.

Die Frau ist jetzt ein kleines Mädchen und wohnt mit ihren Eltern in der Einöde in Kamerun. Der Vater ist Kolonialverwalter, die Mutter eine junge, aber enorm anstrengende Schönheit Sie verbreitet den ganzen Film über schlechte Laune, in dem sie schwarze Angestellte unablässig herumkommandiert.
Die Bilder im Film „Chocolat“ sind bedeutungsschwanger der Film ist zusammenhanglos, da miserabel geschnitten, und nun schlägt auch die Langeweile kräftig zu. Selten habe ich Langeweile so erbärmlich gefunden.

Isaach de Bankole spielt die Rolle des schwarzen Hausangestellten Protée sehr konzentriert und erhaben. Er ist überhaupt der einzige sympathische Mensch im Film und spielte erst kürzlich die Hauptrolle im Film “Black Mic Mac“.

Wir sehen das Mädchen nun wieder als junge Frau. Wieder fährt sie mit dem Schwarzen durch die Gegend. Eigentlich wollte sie das Haus ihrer Kindheit besuchen, stattdessen fliegt sie nun zurück nach Frankreich. Das Flugzeug startet und drei Schwarze pinkeln minutenlang gegen den Wind.

Was bleibt ist das Gefühl, seine Zeit übel vergeudet zu haben (= 1 PÖNI).