Charlies Welt – Wirklich nichts ist wirklich Kritik

CHARLIES WELT – WIRKLICH NICHTS IST WIRKLICH“ von Roman Coppola (B+R; USA 2012; 88 lange Minuten; Start D: 02.05.2013); der am 22. April 1965 in Frankreich geborene Sohn der großen USA-Filmikone Francis Ford Coppola begann mit Video-Clips für Musik und Werbung. 2001 entstand sein erster Kinospielfilm „CQ“, danach arbeitete er öfters im Team des Independent-Spezies Wes Anderson mit („Darjeeling Limited“/2007) und war zuletzt mit Anderson zusammen für das „Beste Originaldrehbuch“ für dessen schrägen Streich „Moonrise Kingdom“ für den „Oscar“ nominiert. Der zweite eigene Kinofilm des Roman Coppola dagegen ist eine gründliche Peinlichkeit.

Dabei geht es wohl um die „ulkige Rehabilitierung“ des vor einiger Zeit (von wg. Sex, Drugs & Alkohol) mächtig abgestürzten amerikanischen TV-Serienstars CHARLIE SHEEN, 47 („Two and a Half Men“). Der früher auch mal gerne auf der Leinwand hübsch doof herumalberte (z.B. in den beiden, im hiesigen Fernsehen immer wieder auftauchenden „Hot Shots!“-Movies) und es auch hier mal wieder versucht. Doch als altgewordener Charmeur und erfolgreicher Grafikdesigner Charles Swan III., der eine Art Nummernrevue in Sachen Liebeskrankheit abzieht, weil ihn doch seine attraktive Liebste abgehauen ist, kommt Charlie Sheen nur wenig inspirierend ´rüber. Trotz mächtiger Promi-Unterstützung von immerhin JASON SCHWARTZMAN („Wie das Leben so spielt“) und sogar BILL MURRAY (zuletzt „Hyde Park am Hudson“). Und von immerhin auch der mächtigen (Rollen-)Schwester PATRICIA ARQUETTE („The Hi-Lo Country“). Doch Charlie als selbstironischer Lebens- und Überhauptkünstler mit läppischen Sauf- und Hormonausbrüchen wirkt nur wie ein schriller, abgewrackter Müde-Kerl, dessen „komische“ Eskapaden mit vorgestrigem Verfallsdatum ausgestattet sind.

Der Charlie Sheen-Retrocharme wirkt wie ausgelaufen. Seine filmische Resozialisierung geht hier völlig daneben. Und belästigt unsere Kinoleinwände erheblich. Unangenehm. (= 1 PÖNI).