China Lake Kritik

CHINA LAKE“ von Dieter Weihl (USA 1989; 94 Minuten; Start D: 10.1989)

Eine öde Wüste in Nevada. Hier gibt es nur ausgetrocknete Seen, ein paar stachelige Büsche, Staub und herumfliegenden Zivilisationsmüll. Die drückende Sonne schafft eine beklemmende Atmosphäre – nichts bewegt sich.
In einem verdreckten Wohnwagen lebt der Witwer Ed mit seinem 18jährigen Sohn Scooter. Ed verbringt seine Tage mit Biertrinken und fernsehen. Scooter rast mit dem Auto durch die Wüste und hört Musik. Abends gibt es Fast Food aus der Tüte. Das Leben besteht aus Ersatzbefriedigungen. Nichts macht wirklich Spaß, niemand ist mit sich zufrieden. Die Tage sind ereignislos. Diese Lethargie wird schlagartig durchbrochen, als Ed und Scooter Besuch bekommen. Tante Edna und Scooters 16jährige Halbschwester Laura bringen Leben in die Bude. Der Wohnwagen ist zu klein, um sich aus dem Weg gehen zu können. Also müssen sich die vier miteinander beschäftigen. Scooter und Laura verdrücken sich bald. Sie gehen in Bars, übernachten am Lagerfeuer in der Wüste und reden über ihre Kindheit. Auf einer Spritztour in die Stadt merken sie, dass das Leben hier genauso trostlos ist, wie in der Wüste.
Die Ferien sind vorbei, Edna und Laura müssen wieder abreisen. Der Abschied ist still und emotionsgeladen.

“China Lake“ von dem deutsch-amerikanischen Regisseur Dieter Weihl ist ein stiller Film mit wenig Dialogen. Der Film verfolgt mit einer fast dokumentarischen Kamera das eintönige Leben der vier Personen. Lange Kamerafahrten durch die monotone Wüstenlandschaft entwerfen Stimmungsbilder, die Ausdruck von Einsamkeit und Entfremdung sind. Trotzdem ist der Film keine dröge Dokumentation. “China Lake“ reißt mit, weil die Figuren so herrlich normal sind. Durchschnittstypen, die auch mal schwitzen, Fast Food essen und deren Gefühle nachvollziehbar sind.“China Lake“ ist ein Film der Extreme: Hitze, Wüste, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit. Ein Film über zeitlose Gefühle (= 4 PÖNIs).