Charles Manson Superstar Heimkino

CHARLES MANSON SUPERSTAR“ von Nicolas Schreck (USA 1989; 100 Minuten; Video-Veröffentlichung: 1990; DVD-Veröffentlichung: 2002); ist dazu mal wieder die komische Betonung dran.

„Charles Manson Superstar“ nennt sich ein neues Video, dass das Kino: Eiszeit vom 27. bis zum 30. Oktober zeigt. Und schon der Titel ‚ wohl in Anlehnung an das Musical „JesusChristSuperstar“ gewählt, macht nicht so recht deutlich, ob er ernst oder satirisch anzufassen ist. Denn immerhin, Charles Manson bezeichnet sich als Gott, als Jesus Christus.

Vorweg: Charles Manson Superstar ist ein unerträglich ärgerliches Machwerk. Formell besteht das Video hauptsächlich aus Interviews mit Manson, die keine Interviews sind, denn Manson nützt die Chance um vor der Kamera eine ca. neunzig minütige Personality-Show abzuziehen, gebärdet sich wild und führt Monologe.
An keiner Stelle unterbricht der Interviewer oder führt das Gespräch in irgendeine erkennbare Richtung.
Leider viel zu selten werden diese Aufnahmen von Fotos, Zeitungsartikeln Informationen und Fakten über Manson’s Leben durchbrochen. Nur sind diese Dinge, die den
Film alleine interessant machen könnten, akustisch nicht verständlich, da im Hintergrund, schlecht abgemischt und daher viel zu laut Charles Manson Lieder dröhnen. Charles Manon erzählt also, dass er ein Kind seiner Zeit ist, 1934 ist er geboren und trägt bis heute ein tätowiertes Hakenkreuz auf der Stirn.

Wenn er nicht flucht, dann lügt er und erzählt, er hätte im Leben noch niemanden umgebracht, er hatte nur immer das Pech, dass alle seine Freunde Mörder waren.
Und wenn Manson nicht lügt, dann verbreitet er rassistische Frechheiten. „Hitller was doing his trip“, sagt Manson, und sein Konzept gegen
Umweltverschmutzung lautet:“Get back to the horse man“, Zurück zum Pferd.

Um ein paar Dinge klarzustellen, die im Film nicht klarwerden:
Charles Manson ist der Mitbegründer der amerikanischen Skinheads und verschiedener satanischer Sekten, die für die Ermordung einer Reihe von Menschen verantwortlich zu machen sind, unter anderem für die Ermordung von Sharon Tate.
Wenn es im Film “Charles Manson Superstar“ nicht um so heikle politische und gesellschaftliche Fragen ginge, könnte man die Schlampigkeit und Perspektivlosigkeit, mit der der Film gemacht wurde vielleicht noch erbärmlich finden.
Dadurch ‚ dass der Film allerdings an keiner Stelle Position bezieht oder sich von Manson’s Taten oder Reden distanziert, kann das Video genauso gut als übles Propagandamaterial aufgefasst werden.

Den bösesten Streich hat sich allerdings das Kino Eiszeit geleistet: Die zeigen den Film nämlich im Rahmen einer Horror-Party mit bluttriefenden Überraschungsfilmen.
Diese Art von geschmacklosem kommerziellem Verhalten, Humor oder Provokation ist mir völlig unverständlich.

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