CHAOS IM NETZ

„CHAOS IM NETZ“ von Rich Moore und Phil Johnston (USA 2017/2018; B: Phil Johnston, Pamela Ribon; K: Nathan Warner; M: Henry Jackman; 113 Minuten; deutscher Kino-Start: 24.01.2019); das erste RALPH-Movie startete hierzulande am 6. Dezember 2012 unter dem Titel „Ralph reicht’s“ (s. Kino-KRITIK). Der jetzige Nachfolger weist nur im Originaltitel darauf hin, dass es sich um eine Fortsetzung handelt – „Ralph Breaks the Internet“ -, wurde bei uns „nur“ mit „CHAOS IM NETZ“ betitelt. Auch der deutsche Ralph-Sprecher wurde ausgetauscht. War es beim Original Christian Ulmen, der den tollpatschigen Randale-Ralph sprach, ist jetzt PIERRE PETERS-ARNOLDS die deutsche Stimme des amerikanischen Schauspielers John C. Reilly, der in den beiden Originalversionen Ralph spricht.

Ich fand den Animationsstreifen damals nur begrenzt unterhaltsam (= 2 PÖNIs); heuer kommt die Fortführung besser daher. Wenngleich der 57. Disney-Langspielfilm Meilensteine weit weg von einem Meisterstück entfernt ist; mit zu viel „Disney“(-Süße) und zu wenig „PIXAR“(-Wagnis). Der Ausgangspunkt ist derselbe: Die Spielhalle von Mr. Litwak. Dort führen bekanntlich die Videospielfiguren ein Eigenleben. Und inzwischen sind der sensible Hüne Ralph und die kesse Rennfahrerin Vanellope (deutsche Stimme: ANNA FISCHER) dicke Freunde. Während ER sich mit seinem Routine-Dasein als Bad Boy zufrieden gibt, langweilt SIE sich im Spiel „Sugar Rush“. Möchte „mehr“ erleben. Kumpel Ralph will ihr helfen und das Ergebnis – beide landen im Internet. SIND plötzlich „real“ im Online. Oder: bei Online? Jedenfalls suchen sie ab sofort ein neues Lenkrad für ihr Videospiel-„draußen“, also bei sich, denn das alte ist kaputtgegangen, woraufhin Mr. Litwak „Sugar Rush“ vom Strom nehmen und austauschen will. Gegen „was Moderneres“. Doch bei einem gewissen eBay gibt es noch ein altes Lenkrad-Exemplar zu erwerben. Ralph und Vanellope machen sich also auf den turbulenten Abenteuer-Weg. Durchs Internet. Einschließlich Darknet. Hin zur Versteigerung. Die aber aus dem (Finanz-)Rahmen läuft.

Das ist – nach ungelenkem Beginn und einigem Anlauf – ulkig bis originell. Wenn mittenmal Algorithmen, Likes, Spam oder sogar ein livehaftiger Wurmvirus herumtoben, nimmt der kunterbunte Spaß Fahrt auf. Und wenn plötzlich – bei OhMyDisney.com – die ganzen Sorten von Disney-Prinzessinnen auftauchen – von Dornröschen über Schneewitchen, „Eiskönigin“ Elsa oder Merida oder Pocahontas und Rapunzel („Glauben die Leute wirklich, dass all deine Probleme gelöst werden, nur weil ein großer starker Mann auftaucht?“) – und sich auch kurz die „Star Wars“-Roboter-Figur C3PO und Marvel-Held Stan Lee blicken lassen, ist das Schmunzel-Vergnügen erheblich. Doch dann dringt einmal mehr „Disney“ übermäßig umfangreich und (zu) viel DICK-herzig durch, von wegen: Diese ewige und inzwischen überzogene Leier um gefühlsduselige Über-Freundschaft(en), gepaart mit naiven Verlustängsten und zersüßten Problemen. Zudem verbringt man im überdrehten zweiten Teil zu viel Zeit im Netz, bevor es „nach Hause“ zurück geht. Jedenfalls für Ralph. Eine Viertelstunde weniger hätte dem turbulenten Chaos von 113 Minuten gut getan.

„Ralph 2“ ist ein ein Nett-Movie (= 3 PÖNIs).