BRUCHREIF (2008)

Heute ist der Begriff „EMPFEHLUNG“ ziemlich weit zu fassen, um nicht zu sagen – heute wird er etwas „verwässert“. Denn der neue amerikanische Film, den ich jetzt vorstelle, käme nicht in die „kritische Endausscheidung“, gäbe es nicht diese 3 Hollywood-Stars, die schon oft einen Film ganz ALLEIN beherrscht haben. Will sagen – wenn ein neuer Film ansteht, der in den Hauptrollen mit

dem 73jährigen „Oscar“-Preisträger MORGAN FREEMAN (“Million Dollar Baby“);
dem 67jährigen „Oscar“-Preisträger CHRISTOPHER WALKEN („Die durch die Hölle gehen“)
sowie
dem 60jährigen, mehrfach „Oscar“-nominierten WILLIAM H. MACY („Fargo“; „The Cooler“)

besetzt ist, ist zwangsläufig Neugier, Interesse angesagt. Misstrauen allerdings auch, weil es ein solch großartig besetzter Streifen eben nicht erst in unsere Kinos geschafft hat.

Originaltitel: „The Maiden Heist“; deutscher DVD-Titel: „BRUCHREIF“ von Peter Hewitt (USA 2008; B: Michael LeSieur; 88 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 19.08.2010).

Wir befinden uns im heutigen Boston. In einem Museum. Dort „wirken“ drei altgediente Kempen: Charles, Roger und George. Als Wärter und Wächter. Jeder der 3 ist verliebt. Entweder in ein Gemälde (z.B. „The Lonely Maiden“) oder in eine Skulptur („Der bronzene Krieger“). Folglich betrachten sie diese Kunstwerke längst „als ihre“. Fühlen sich mit denen verbunden, verwachsen, seelen-„verwandt“. Um so empörter sind sie, als sie erfahren, dass die Museums-Leitung „neuen Schwung“ in das Kunst-Haus bringen möchte. Mit „Meisterwerken der skandinavischen Avantgarde“. „Ihre Stücke“ dagegen sollen im Gegenzug nach Dänemark auf die Reise gehen. Charles, Roger und George sind außer sich. Empört. Stinkesauer. Und entwerfen einen Plan nach dem Motto: „Sie könnten alle uns gehören!“ Gedacht, geplant, getan. Man will die Originale beim Umzug klauen und sie durch „Kopien“ ersetzen. Eigenhändige oder auftragsgemäße Fälschungen. Natürlich verläuft dabei nicht alles reibungslos, auch, weil die Ehefrau von Roger (Christopher Walken), Rose („Oscar“-Preisträgerin MARCIA GAY HARDEN, „Pollock“), ungewollt und ungeahnt mit ihren „Stimmungen“ dazwischenfunkt.

Ein komödiantisches Gauner-Vergnügen visiert der britische Regisseur Peter Hewitt an. Wir kennen ihn hierzulande durch Na Ja-Filmspäße wie „Bill & Teds verrückte Reise in die Zukunft“ (1991); „Ein Fall für die Borger“/1997; mit John Goodman) und dem Real-/Animations-Kater-Jux „Garfield – Der Film“ (2004). Hier nun verschenkt er die Gunst, mit solch vielen Hochkarätern aus Hollywood arbeiten zu dürfen. Im Bonusmaterial wird mitunter klar warum, denn andauernd ist von „Improvisation“ die Rede. Die Asse haben also „ihre eigene Show“ entwickelt und Hewitt hat sie „gelassen“. Herausgekommen ist dabei eine ziemlich betuliche, nicht sonderlich witzige oder gar besonders originelle Sparflammen-Chose. Zwar sorgt das Drehbuch für die netten Kunstdiebe wider Willen einige witzige, pointierte Motive und Sätze, doch insgesamt fehlen Raffinesse, mehr Ironie und vor allem Pep. Die Verwicklungen kommen ziemlich „bedächtig“ daher.

Ebenso wie die Typen: Morgan Freeman ist ungewohnt und unwirklich „soft“; Christopher Walken als Angsthase wirkt auch nicht sonderlich „speziell“, während William H. Macy als „nackter Spinner“ für ein paar urige Gag-Minuten sorgt. Ebenso wie Marcia Gay Harden mit einigen prächtigen Zickereien als Roger-Gattin. Insgesamt aber enttäuscht dieser „komische Klau“, weil viel zu lau entwickelt, bewegt und vorangetrieben und man permanent spürt, da war Story-mäßig wie darstellerisch weit mehr möglich. Es „funkt“ nur begrenzt.
„Bruchreif“ = harmlose Mittelmaß-Unterhaltung (= 2 1/2 PÖNIs).

Anbieter: „Ascot Elite Home Entertainment“.

 

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