Broken City Kritik

BROKEN CITY“ von Allen Hughes (USA 2011/2012; B: Brian Tucker; M: Atticus Ross, Claudia Sarne, Leo Ross; 109 Minuten; Start D: 18.04.2013); bisher drehte der am 1. April 1972 in Detroit geborene Regisseur, Produzent und Drehbuch-Autor stets seine Filme gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Albert Hughes: Vom Debüt „Mecae II Society“ (1993) über „Dead Presidents“ (1995), dem „Jack the Ripper“-Hit „From Hell“ (2001) bis schließlich zum postapokalyptischen Religions-Western „The Book of Eli“ ((2010/mit Denzel Washington). Nun also Allen Hughes alleine, mit einem B-Movie in A-Besetzung. Das die US-Kollegen nicht sonderlich gemocht haben („Broken Movie“), vor allem wegen des „unausgegorenen Drehbuchs“. Bill Taggert (MARK WAHLBERG) war bei der New Yorker Polizei, hatte aber nicht den Status eines Harry Calahan alias „Dirty Harry (alias Clint Eastwood), als er einen Vergewaltiger und Mörder erschießt. Obwohl er in der darauffolgenden Verhandlung freigesprochen wird, legt man ihm von offizieller Seite nahe, beruflich auszusteigen. Zwar hat er die Rückendeckung vom amtierenden Bürgermeister Nicolas Hostetler (mit etwas „unglücklicher“ Perücke: RUSSELL CROWE), doch das hilft ihm auch nicht. Taggert driftet als Privatdetektiv ab. Sieben Jahre später holt ihn „sein“ Bürgermeister für einen Auftrag zurück. Was erst nach privater Beobachtung um dessen scheinbar untreuer Attraktiv-Frau Cathleen ausschaut (CATHERINE ZETA-JONES), entwickelt sich nach und nach und mehr und mehr zu einem hochkarätigen Sumpf, bestehend aus politischer Korruption und üblem Machtgeplänkel. Bürgermeister Hostetler will wiedergewählt werden und zieht im Hintergrund seine egoistischen Fäden. Mit viel krimineller Energie. Wie es scheint. Denn sein Kontrahent und Mitbewerber um das höchste Amt in New York City, der reiche Jack Valliant (BARRY PEPPER), pellt „adäquat“ zurück. Oder ist alles doch ganz anders?

Nichts bleibt hier so wie es ist. Positionswechsel sind an der Tagesordnung. Und: Niemand ist hier „sauber“. Jeder kocht sein gieriges Süppchen. Mal in Sachen Dollarzeichen, mal in Sachen Macht-Sucht, mal auch „nur“ von wegen Restmoralerhalt, damit die „Unanständigkeit“ nicht absolut überschlappt. Das ist nicht unbedingt die große Krimi-Show, bereitet aber spannendes Vergnügen, weil sich die Promis hier ziemlich amüsant –rüpelhaft verbal wie auch schon mal zünftig handfest duellieren. Im gemeinen Umfeld von Feiner Leute-Atmosphäre. Oder im schmutzigen Milieu gleich nebenan. Mark Wahlberg, 40, in „Departed“ von Martin Scorsese und danach in „The Fighter“ „groß“ geworden, auch Mit-Produzent und neulich als Teddybär-Kumpel im Komödienhit „Ted“ komisch schräg, zeigt als „gebrochener Typ“ Format, kann aber gegen das „gebrochene Drehbuch“ nur begrenzt als New Yorker Noir-Held auftrumpfen. Doch seine Duelle mit dem genüsslich schurkischen Russell Crowe sind bisweilen diabolisch faszinierend.

„Broken City“ vergnügt für einen Lauf-Moment. Ist solide Spannungshärteunterhaltung. Schmeckt wie ein uriges Steak aus besserem Pferdefleisch (= 3 PÖNIs).