BLOOD FATHER

Am 3. Januar 2017 ist er 61 Jahre alt geworden. Zehn Jahre hatte ihn Hollywood auf die „Liste der Unanständigen“ gesetzt, jetzt gilt er als rehabilitiert: Die Rede ist von MEL GIBSON, dessen neuer Regie-Kinofilm „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ gerade hierzulande in die Kinos gekommen ist. Vor diesem Kriegs-Drama spielte Mel Gibson in einem Film mit, der zwar im letzten Mai beim Cannes-Festival uraufgeführt wurde, der aber zu Recht danach bei uns nicht in die Kinos gekommen ist; so schlecht ist er:

„BLOOD FATHER“ von Jean-Francois Richet (Fr/USA 2015; B: Peter Craig; Andrea Berloff; nach dem gleichn. Roman von Peter Craig; K: Robert Gantz; M: Sven Faulconer; 89 Minuten; Heimkino-Veröffentlichung: 28.10.2016).
John Link (Gibson; deutsche Stimme: Martin Umbach) ist ein reichlich ergrauter alter Zausel. Ein Krimineller und Alkoholiker, der 9 Jahre im Knast gesessen hat. Seit zwei Jahren, sagt er, ist er trocken. Haust – auf Bewährung – in einem abgewrackten Wohnwagen und lebt dort von Tätowierungen. Seine Tochter Lydia ist verschwunden, seine Ex redet nicht mehr mit ihm. Ein trübes Leben. Dann meldet sich die Tochter (als nervende Göre: ERIN MORIARTY) telefonisch bei ihm. Natürlich hat sie die Gene vom Erzeuger und steckt in kriminellen Schwierigkeiten: „Ich bin wie ’ne Fliege, die kurz davor ist, an der Windschutzscheibe zerquetscht zu werden“. Papa hilf‘. Der ist zwar im Grunde fertig, „Ich habe 30 Jahre gesoffen, Drogen eingenommen…“, will aber helfen. Damit verstößt er zwar gegen die Bewährungsauflagen, doch das ist ihm egal.

Dann wird erst einmal viel gequatscht und sich verbal aufgeplustert, so dass sich diese ganze zähe Show nach 40 Minuten immer noch in der Warteschleife befindet. Zwar tauchen ab und an Banden-Bösewichte auf und werden schon mal ein wenig „attackiert“ bzw. abgewehrt, aber noch immer ist Ruhe vor dem Gewalt-Sturm, weil ja Dad & Tochter immer noch so einiges zu bereden haben. Sich über ihre Selbstmordversuche von einst austauschen und „gläubig“ diskutieren: „Ich will nicht“, meint John, „dass du was dummes machst“ (dabei hatte sie doch ihren Kartell-Lover gerade erst erschossen), zudem fallen Sätze wie „Gott wird dich dafür richten. Und mich auch“. Nach 50 Minuten ist man immer noch am Viel-Reden. Erst ab Minute 56 (von 89, einschließlich Nachspann) wird „endlich“ zurückgeschossen, wie es ja der Titel ankündigt. Verspricht. „Kleines, du bist ja total fertig, vielleicht schläfst du ein bisschen“, spricht der väterliche Kümmerer, bevor er dann mit dem Bike in den pathologischen Privatkrieg fährt.

Schwachsinn. Müll. Uncoole Scheiße. Produziert von einer Firma namens „Why Not“. Erstellt vom Franzosen Jean-Francois Richet, der zuletzt, 2008, mit den beiden „Public Enemy No. 1“-Movies positiv auffiel.

Sein „Blood Father“-Quatsch ist nur was für die Filmstatistik(er) von Mel Gibson: Der Kerl ist filmisch abgefuckt.

Anbieter: „Splendid“