Blair Witch Project Kritik

BLAIR WITCH PROJECT“ von Daniel Myrick und Eduardo Sánchez (B + R; USA 1997; K: Neal Fredericks; M: Tony Cora; 78 Minuten; Start D: 25.11.1999); wie man über häppchenhafte Andeutungen, angeblich authentischem Film- und TV-Material, Horror-Mutmaßungen schließlich einen gigantischen Neugier-Internet-Hype um Quasi-Nichts auszulösen vermag, bewiesen die beiden Florida-Filmstudenten Daniel Myrick und Eduardo Sánchez einst mit diesem pseudo-dokumentarischen Horrorfilm, dessen Herstellungskosten etwa bei 25.000 Dollar und dessen Fertigstellungskosten zwischen 500.000 bis 750.000 Dollar lagen und dessen weltweite Kinokasseneinnahme etwa 250 Millionen Dollar betrug.

So simpel, so clever. Zwei Ex-Filmstudenten gehen mit einigen Schauspielern und einer Video-Kamera in den Wald von Burkittsville, ehemals „Blair“ (franz. große Nase, Zinken, Rüssel), und lassen dort „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“ oder „Wer fürchtet sich vor der berüchtigten Wald-Hexe“ spielen. Der (vermeintliche) Grund: Im Oktober 1994 begaben sich drei Personen in diesen Wald von Maryland, um einen Dokumentarfilm über eine sagenhafte regionale Spuk-Gestalt zu drehen: der Hexe von Blair. Die Drei verschwanden, tauchten nie wieder auf; im folgenden Jahr findet man ihre „merkwürdigen“ Film-Kassetten.

Und fertig ist der Film. Mit „Dogma“-Geschmack, also kleinem „authentischem“ Video-Bild, der permanent wackelnden Kamera und mehr Ahnung und Vermutung als LICHT: „Blair Witch Project“ besteht aus fast nur vielen dunklen Nachtaufnahmen.

„Kopf-Horror“, zu dem „Der Spiegel“ bemerkte: „Hänsel und Gretel im MTV-Zeitalter“ = Keine Ahnung von nichts, aber Hauptsache die Kamera surrt (= 3 PÖNIs).