Big Wedding Kritik

THE BIG WEDDING“ von Justin Zackham (B+R; USA 2012; M: Nathan Barr; 90 Minuten; Start D: 30.05.2013); basiert auf der französisch-schweizerischen Komödie „Mon Frére Se Marie“ („Wie eine richtige Familie“) von Jean-Stéphane Bron aus dem Jahr 2006, die hierzulande nicht ins Kino kam und im Vorjahr bei ARTE ausgestrahlt wurde. Das Hollywood-Remake schmeckt. Passt in diese Jahreszeit, in der es ja eigentlich „draußen“, also außerhalb des Kinos, sonnig und warm sein sollte. Aber bekanntlich nix da, der Mai 2013 zeigt sich als reichlich regnerisch und zu kühl. So wird denn aus dieser leichten Sommerkomödie ein komödiantischer Sonnenwärmer. Im Lichtspielhaus. Um eine etwas „komplizierte“ Sippe, die anlässlich der Hochzeit des Nachwuchses zusammenkommt. Wortwörtlich. Wo ein (ganz) früherer neunstündiger Orgasmus (eine annoncierte Höchstleistung von DIANE KEATON) ebenso thematisiert wird wie immerhin ein aktueller um die 40 Minuten andauernder (zwischen, natürlich, Diane Keaton und dem hier SEHR aktiven Opa ROBERT DE NIRO).

„The Big Wedding, eine wahrhaft spritzige Farce. Mit sagenhaftem Star-Appeal. Bei der „Oscar“-Hero Robert De Niro ab und an eins auf die Gusche für sein „offenes Denken und Tun“ bekommt. Bei der seine Filmjetzige, SUSAN SARANDON, auch eine „Oscar“-Gewinnerin („Dead Man Walking“), herrlich taff herummotzt und blendend aussieht. Bei der die „Oscar“-Lady DIANE KEATON („Der Stadtneurotiker“) ´mit brillantem Charme samt ebensolchem Mundwerk und mit schönen Klamotten ausgestattet ist. Bei der „Oscar“-Preisträger ROBIN WILLIAMS („Good Will Hunting“) als katholischer Pfarrer Moinighan offen über seine („reale“) Trunksucht schelmisch philosophiert und schon mal „schwankend“ traut. Und zudem mit eigenwilligen Bibelgedanken und Worten schon mal zweideutig „hausieren“ geht. Natürlich geht es hier chaotisch, aber halt mehr nett-chaotisch zu. Mit frechen, pointierten Anzüglichkeiten. Obwohl auch die immer gleichen langweiligen Blond-Zicken KATHERINE HEIGL („27 Dresses“) und „Süßstoff“ AMANDA SEYFRIED (Tochter von Meryl Streep in „Mamma Mia!“) mitmischen. Aber kaum auffallen. Oder groß stören. Die Stars sind es hier, die sich, offensichtlich vergnüglich angetörnt, die Jux-Bälle zuwerfen. Mit allerdings so manchen (und zu vielen) Pausen. In denen einfach nur lau geplappert wird.

Was am eher „ungeübten“ Drehbuch-Autoren und Regisseur Justin Zackham liegt, der bisher im Kino nur über seine Produzenten- und Drehbuch-Mitwirkung zum komödiantischen Altershit „Das Beste kommt zum Schluss“ (von Rob Reiner, 2007, mit Jack Nicholson + Morgan Freeman) auffiel. Dadurch aber, dass ihm hier ein dermaßen fröhlich gelauntes Star-Ensemble zur Verfügung stand, konnte kaum was „richtig“ schiefgehen. DIE sind einfach zu gut für einen Flop. Und halten ständig Reiz, Neugier und Stimmung launig hoch.

Ach so ja, worum es hier überhaupt geht?: Thema Patchwork. Der adoptierte und nun heiratswillige Sohn hat seine kolumbianische leibliche Mutter eingeladen. Und DIE wird als erzkonservativ, erzkatholisch und „voll“ moralisch angekündigt. Deshalb müssen, solange sie „da“ ist, ein paar „Rollen“ innerhalb dieser familiären Idylle umgepolt werden. Ich bin du, du bist die, er ist … na ja. So was. Damit man sich „anständig“ präsentieren kann. Nach außen. Hin. Nichts Außergewöhnliches, aber oftmals ziemlich lustig. Marke: Wenn Robert de Niro mal die Alterssau flott – sprüchig ´rauslässt. Das hat schon was. Ulkiges (= 3 PÖNIs).

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