BFG – Big Friendly Giant Kritik

BFG – BIG FRIENDLY GIANT“ von Steven Spielberg (Co-Produzent + R; USA 2015; B: Melissa Mathison; nach dem Roman „BFG“ / „Sophiechen und der Riese“ von Roald Dahl/1982 bzw. 1984; K: Janusz Kaminski; M: John Williams; 117 Minuten; Start D: 21.07.2016); ein kleines Mädchen, Sophie (RUBIN BARNHILL). Im Waisenhaus. Gespenstische-Stimmung. Eines Nachts um 3 Uhr, für die schlaflose Sophie die „richtige“ Geisterstunde, entdeckt sie zufällig eine riesige Gestalt, die „draußen“ unterwegs ist. Als der riesige Schattenmann mitkriegt, dass er entdeckt wurde, „nimmt“ er sie mit. In sein Reich. Doch BFG, wie er heißt, ist kein Monster, sondern ein netter „Großer“. Der in seinem Reich als Außenseiter gilt. Während dort andere, noch größere Riesen, die unter Grasnarben schlafen, bösartig sind und gerne Menschen futtern, zeigt sich BFG human. Ernährt sich viel lieber „vegan“, mit stinkenden Rotz-Gurken. Zudem ist er auch sprachlich, sagen wir mal, sonderbar. Man freundet sich an. Und muss sich gegen die Attacken der menschenfleisch-riechenden Fies-Riesen erwehren. BFG nimmt sie mit in das Land der Träume, um schöne Träume zu jagen. Denen er dann Kindern zukommen lässt. Schließlich landen sie in London, direkt bei der Queen. Im Palast. Denn die Königin soll helfen, die bösartigen Riesen im BFG-Reich endgültig zu entmachten.

ROALD DAHL. Der populäre britische Schriftsteller (13.9.1916 – 23.11.1990). Viele seiner Kinder-Romane wurden verfilmt („James und der Riesenpfirsich“; „Matilda“; „Charlie und die Schokoladenfabrik“). Nach „Der große freundliche Riese“, dem Animationsstreifen von 1989, ist der jetzige Real-Trick-Film die zweite Leinwand-Adaption des Roald Dahl-Romans von 1982 („The BFG“), der 1984 hierzulande unter dem Titel „Sophiechen und der Riese“ herauskam.

Inszeniert von immerhin d e m Fantasy-Meister und dreifachen „Oscar“-Hero himself: STEVEN SPIELBERG.

Leider aber: „BFG – Big Friendl Giant“ ist der schwächste aller Märchenfilme des 69jährigen. Ist das genaue Gegenteil von einst „E.T.“: Kein „Schmackes“, also keine spürbare Leidenschaft im Stoff und in den Bildern; eine „unberührbar“ bleibende, langweilige Nummern-Revue um simple Gut-und-Böse-Motive; eine mäßige, ausstrahlungslose Hauptdarstellerin mit der 11jährigen RUBY BARNHILL. Von faszinierender Magie und pointierter Spannung keine Spur. Stattdessen „Riesen“-Effekte, bei denen der amerikanische Schauspieler MARK RYDELL als „BFG“, tricktechnisch „hochgerüstet“, zu erkennen ist. (Mark Rydell war im Spielberg-Film davor – „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ – der sowjetische Spion Abel und bekam für seinen großartigen Auftritt im Frühjahr den „Oscar“ als „Bester Nebendarsteller“). Hier nun hantiert er als gutmütiger Dreiviertelriese (die anderen sind bedeutend größer), sprachlich nett-eigenwillig (bravourös: die deutsche Stimme von FRANK RÖTH) und körpersprachlich niedlich-freundlich. Die eigentliche Roman-Botschaft aber, diese „dicke“ Freundschaft zwischen diesen beiden menschlichen Sonderlingen, verdampft inmitten der zwar phantasievoll aufgeplusterten, aber seelenlos entwickelten Mensch-Riesen-Konfrontationen.

Die bei Steven Spielberg immer im Vordergrund stehende Präsentation von charmanter, spaßiger und vor allem spannender Fantasy-Dynamik und Fabel-Tiefe funktioniert hier nicht. Wird hier nur angedeutet. Wirkt insgesamt aufgesetzt. Beliebig. Wie dieser ganze Film, der „nur so durchläuft“, mittelprächtig, von wegen „Spielberg“, und der keinen großen „Unterhaltungs-Appetit“ aufkommen lässt. Da können „DIE“ noch so stark pupsen…(= 2 PÖNIs).