Bestimmer Kritik

DIE BESTIMMER – KINDER HAFTEN FÜR IHRE ELTERN“ von Andy Fickman (USA 2012; B: Lisa Addaro + Joe Syracuse; K: Dean Semler; M: Marc Shaiman; 105 Minuten; Start D: 28.02.2013); wie man es macht, ist es „komisch“: Der originale Filmtitel heißt „Parental Guidance“, also „Elterliche Begleitung“, und bezieht sich ironisch auf das US-System
der Altersfreigabe für Kinofilme, während der deutsche Kinotitel sicherlich nicht unbedingt „großes Interesse“ an dieser Komödie weckt. Oder? Beziehungsweise – schade. Denn dieser Unterhaltungsstreich zählt zu den besseren Vergnüglichkeiten aus der hollywoodschen Unterhaltungsfabrik. Weil hier Profis hinter wie vor allem dann auch VOR der Kamera am emotionalen Spaßwerk waren: Das Ehepaar Lisa Addario & Joe Syracuse (Skript zum Animationshit „König der Wellen“/2007) verfasste eine auf eigenen Erfahrungen basierende Family-Performance, so dass Regie-Routine Andy Fickman („“Kifferwahn“/2004; „She’s the Man – Voll mein Typ“; „Daddy ohne Plan“; „Die Jagd zum magischen Berg“/2009) eine witzige Komödien-Vorlage hatte, um diese mit Stars wie BETTE MIDLER („The Rose“; „Der Club der Teufelinnen“), BILLY CRYSTAL (der Harry von Sally/1989; zweimal „Reine Nervensache“, mit Robert De Niro) sowie MARISA TOMEI („Oscar“ als „Beste Nebendarstellerin“ in „Mein Vetter Winnie“/1992) ebenso clever wie witzig umzusetzen.

Drei Generationen in einem Familienverbund. Großeltern, Eltern, Enkel. Alles ist abgestimmt – man sieht sich kaum. Stichwort: Atmosphärische Störungen. Irgendwie „kann“ man nicht so gut miteinander. Und geht sich lieber aus dem Weg. Doch dann müssen die Alten ´ran. Die Eltern benötigen eine Auszeit, beruflich wie privat, und Oma/Opa dürfen, sollen Haus und Kinder hüten, Wobei – schon das moderne, also „sprechende “High-Tech- Heim hat es „in sich“, mit all seinen technischen Macken, und bei den Gören zeigen sich „massiv“ die „freiheitlichen“ pädagogischen Erziehungsmaßstäbe, besser -auswüchse ihrer Erzeuger, von wegen „sollende Selbstbestimmer“. Defizite allerorten. Jedenfalls machen sich die Großen schnell daran, den Nachwuchs in einem „Blitzkurs“ „umzupolen“. Auf eigentlich „ganz natürliche“ Art. Und Weise. Was aber zu reichlichen Problemen und komischem Stress führt. Bzw. umgekehrt. Und sich „dementsprechend “auswirkt. Bei allen. Wie schön: Verkorkste Zustände plötzlich überall.

BETTE MIDLER, endlich ist die einstige temperamentvolle „Mrs Stone“ („Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“/1986) mal wieder in einem Kinofilm zu erleben, und BILLY CRYSTAL, der ewige Ironist, sind wunderbar flott. In ihrem Spiel. Und Ausdruck. Mit ihrer augenzwinkernden „Pädagogik“. Bei ihren pointenreichen Anspielungen. Auf den modernen Erziehungsgeschmack. Und überhaupt:. SIE (wieder mit ihrer vortrefflichen deutschen Stimme von Joseline Gassen) gibt köstlich die friedvolle Anarcho-Oma, während ER (mit seiner ständigen, passenden deutschen Stimme von Joachim Tennstedt) als gerade gefeuerter Baseball-Stadionsprecher „erheblich“ bemüht ist, seinen Enkeln die wahren Spielregeln des kindlichen „Genusslebens“ praktisch beizubringen. Dabei wird urig gemeinsam abgerockt. Mit stimmungsvollen Gags. Und einem unsichtbaren Känguru namens Carl. Das es auch noch „zu besiegen“ gilt. Midler & Crystal ist ein witzig eingestelltes, eingespieltes Paar. Und das Ensemble spielt gut MIT. Verbal wie kess körperbetont. So dass: Kein Verderben möglich – dieser ulkige Hollywoodstreich ist in der Tat mal eine RICHTIG GUTE Komödien-UNTERHALTUNG.

Locker -luftiges Komisch-Kino! (= 3 ½ Pönis + ½ Emotions-P. = 4 PÖNIs).