Bernard und Bianca 1 und 2 Kritik

Es war einmal…mitten im UNO-Gebäude von New York. Während in den großen Konferenzräumen eifrig getagt wird, treffen sich in einem stillen Winkel des Hauses die Mitglieder eines Mäuseclubs für menschliche Notfälle. Genannt: Die Mäuse-UNO. Die kleine Penny hat per Flaschenpost um Hilfe gebeten, also wird die Mäusedame Bianca zur Retterin bestimmt. Aber, wer soll sie begleiten? Bernard, der Mäuserich bietet sich an. Die beiden Mäuse begeben sich auf die ebenso gefährliche wie komische Reise. Dabei treffen sich auf originelle Gestalten. Wie auf die Libelle, die sich als Außenbordmotor an einem Blatt-Boot betätigt. Oder auf den tollkühnen Albatros, der einen eigenen Flugdienst unterhält.

Der abendfüllende Zeichentrick-Spaß „BERNARD UND BIANCA
von John Lounsbery, Wolfgang Reitherman und Art Stevens (USA 1977; 78 Minuten; der damals noch den deutschen Zusatztitel “Die Mäusepolizei“ bekam, entstand im Hause von Walt Disney. Der erzählt eine Märchengeschichte, die auf‘ 3 Ebenen spielt. Da ist zum einen die böse Welt der Erwachsenen, die durch Madame Medusa, einer gierigen und gemeinen Hexe, verkörpert wird. Dann geht es in die Welt des unschuldigen Kindes, und zu guter Letzt schildern die Disney-Leute wieder einmal, wie es so bei den lustigen Tieren zugeht. Wobei diese Tierwelt im Grunde nur ein Abbild der Erwachsenenwelt ist, allerdings sehr viel freundlicher, fröhlicher und hilfsbereiter. Tiere sind bessere Menschen sozusagen.

“Bernard und Bianca“ zählt zu den besten Disneys, weil er es auf verblüffende Weise wieder versteht, phantasievoll zu verzaubern. Obwohl die inhaltlichen Muster, zwei Davids gegen eine scheinbar übermächtige Goliath-Zauberin, nicht neu sind, ist das Geschehen hübsch-spannend und mit viel bunter Situationskomik durchsetzt.
“Bernard und Bianca“ ist ein Vergnügen für kleine und für große Kinder (= 4 PÖNIs).

“Der Mensch möchte hin und wieder aus der Rationalität unseres technisierten Zeitalters aussteigen. Er sucht die Alternative und erkennt, dass er diese im Wunderland der Phantasie finden kann“.

Das sagte einmal WALT DISNEY, der 1966 verstorbene Gründer des Animationsfilms und Vater der Mickey Maus. Dessen Kreativität und Einfallsreichtum wird bekanntlich durch seine Erben und Enkel ständig fortgesetzt. In Abständen von zwei, drei Jahren kommen neue “Disney“- Filme ins Kino. Am nächsten Donnerstag ist es wieder soweit:
BERNARD UND BIANCA IM KÄNGERUHLAND“ von Hendel Butoy und Mike Gabriel (USA 1990; 77 Minuten; Start D: 05.12.1991); ist der 29. abendfüllende Zeichentrickfilm aus den Disney-Studios.

Der mutigen Mäuselady Bianca und dem ängstlichen Mäuserich Bernard begegneten wir erstmals beim Weihnachtsfest 1977. Ausgangspunkt damals wie heute: Die Mäuse-Uno. Auch sie hat ihren Hauptsitz im UNO-Palast von New York, dort allerdings in den komfortablen Mäuselöchern. Wenn es darum geht, in Bedrängnis geratenen kleinen Kindern oder Tieren zu helfen, wird hier für schnelle Unterstützung gesorgt. Dafür sind Bernard und Bianca genau die richtigen Botschafter und Helfer. Ein neuer Auftrag steht an. Galt es einst, auf den Flaschenpost-Hilferuf eines entführten Waisenmädchens zu reagieren, so geht es diesmal um einen kleinen Jungen. Der ist in die Gewalt eines bösen Fallenstellers geraten. Bernard und Bianca sausen los, zum Flugplatz, denn es geht auf einen weiten Weg. Sie müssen bis nach Australien fliegen. Per Charter, und wieder mit dieser komischen Albatros-Airline. Mehr oder weniger heil angekommen, beginnen jetzt erst die “richtigen“ Abenteuer. Mit tierischen Kumpels und tollkühnen Tricks. Das Agenten-Team läuft zu Hochform auf.

“Bernard und Bianca im Kängeruhland“ ist keine unmittelbare Fortsetzung, sondern ein eigenständiger, fröhlicher Neu-Spaß. Die beiden Regisseure Hendel Butoy und Mike Gabriel haben nur die beliebten Hauptfiguren übernommen und nutzen ansonsten die modernen Möglichkeiten des Mediums voll aus. Motto: Action-Animation vom Besten. Mit einer guten Botschaft: Mensch und Tier verbünden sich im gemeinsamen Kampf gegen das Böse.

“Bernard und Bianca im Kängeruhland“, ein neuer Disney-Zeichentrickfilm mit der Spaß-Note sehr unterhaltsam (= 4 PÖNIS).