American Way Kritik

Weihnachten. Auch im Kino bedeutet dies: Rührseligkeit und Schmalz. Sentimentale Gefühle werden an sich und anderen entdeckt. Aber Vorsicht:
Auch und gerade zu Weihnachten lauern auch “ganz andere“ Töne im Kino. Gemeine Außenseiter-Töne. In schrecklich-schönen Balladen, die vom Chaos und Irrsinn dieser Welt erzählen. Ein solch schräges, freches Schmuckstück gibt es jetzt zu sehen. E r spielt natürlich mit. Er ist heute 52, kam einst neben James Dean und Peter Fonda zu Weltruhm, ging dann für lange Zeit auf private Tauchstation, um spätestens seit “Blue Velvet“ wieder furios “in“ zu sein. Die Rede ist von DENNIS HOPPER in

THE AMERICAN WAY“ von Maurice PhiIlips (USA 1986; 92 Minuten; Start D: 22.12.1988).

Sie sind eine ebenso verschworene wie völlig überkandidelte Piraten-Gemeinschaft: Die Besatzung des ausgedienten, umgerüsteten B 29-Bombers. Sie fliegen durch die Gegend und nerven die guten Bürger mit ihrem Störsender “SM-TV“. Mit heißen Musik-Clips, bewussten Obszönitäten und scharfen politischen Statements schalten sie sich immer wieder unangemeldet in die sauberen Fernsehprogramme des Landes ein, wo Moralisten und Politiker ihre heuchlerischen Geschäfte treiben. Insbesondere haben sie es aber auf eine Präsidentschaftskandidatin abgesehen, die schon wieder vom Krieg als Notwendigkeit und als Friedensmittel faselt. Sie inszenieren einen Grabenkrieg aus der Luft, der sich gewaschen hat.

“The American Way“ ist eine absurde Komödie, eine wütende Respektlosigkeit, ein grober Quatsch mit Sinn. Dabei entstehen durchaus Hänger, Luftlöcher und Phrasen aber die sind nichts gegen den beißenden Sarkasmus und die bitterböse Komik- in diesem Hau-Drauf-Spott.

“The American Way“ ist ein kräftiger, unanständiger, toller Ulk (= 3 ½ PÖNIs).