Ambulance Kritik

AMBULANCE“ von Larry Cohen (B+R; USA 1990; 91 Minuten; Start D: 30.08.1990)

Kennen Sie solche Typen, die Frauen auf der Straße ansprechen und sagen: “Hallo schöne Frau, haben Sie heute Abend schon eine Verabredung?“
Solch ein aufdringlicher Widerling ist Josh Baker. Als er eines Tages mal wieder auf Frauenfang ist, passiert ihm etwas Abenteuerliches. Cheryl, das Objekt seiner Begierde, bricht zusammen und wird von einer Ambulanz abgeholt. Josh sucht alle Krankenhäuser der Stadt nach ihr ab, aber er findet sie nicht. Ganz fix verwandelt sich die Geschichte in eine Science Fiction Story á la ‘Fleisch‘. Denn bei der Ambulanz handelt es sich um eine Verschwörung: Ein verrückter Arzt entführt Diabetiker für seine dubiosen Versuche.

“Ambulance“ ‚von Larry Cohen ‚ ist ein Film mit unzähligen Verfolgungsjagden. Josh jagt die Bande, um Cheryl wiederzufinden, die Bande jagt Josh, der allmählich zur Gefahr wird.
“Ambulance“ könnte ein spannender Thriller sein, aber leider trägt der Film zu dick auf. Die Ambulanz-Autos fegen mit lautem Tatütata alle drei Minuten um eine Straßenecke, doch das ist nicht dramatisch ‚sondern nur ein schlechter Dauerscherz. Brauchte der verrückte Arzt anfangs nur Diabetiker, so fängt er zum Schluss des Filmes alles ein, was zwei Beine hat. Der Film wird immer gehetzter und brutaler. Auch Hauptdarsteller Eric Roberts, übrigens der Bruder von ‘Pretty Woman‘ Julia Roberts, ist nicht gerade ein Glückstreffer. Er übertreibt in Mimik und Gestik maßlos und wirkt viel zu gelassen für die Rolle des verzweifelten Josh Baker. Einziger Pluspunkt des Filmes: Er verschafft uns ein Widersehen mit zwei tollen Schauspielern: James Earl Jones spielt einen begriffsstutzigen Polizisten, und Red Buttons, der sympathische Möchtegern-Erfinder aus Howard Hawks “Hatari“ ist ein pfiffiger Journalist.

Doch das rettet den Stoff nur unwesentlich: „Ambulance“ bleibt ein unbeabsichtigtes Klamauk Stück (= 2 PÖNIs).