Alles erlaubt – Eine Woche ohne Regeln Kritik

ALLES ERLAUBT – EINE WOCHE OHNE REGELN“ von Bobby Farrelli & Peter Farrelli (Co.-B.+R.; USA 2010; 105 Minuten; Start D: 10.03.2011); das filmende Brüderpaar (52 = Bobby; 54 = Peter) hat ja schon für einige „spezielle“ Komödien-Späße gesorgt. Wir erinnern uns, ob gerne oder nicht, an Zelluloid-Duftmarken wie „Dumm und Dümmer“/1994, mit Jim Carrey; natürlich an „VERRÜCKT NACH MARY“/1998; mit Ben Stiller und Cameron Diaz und dem „besonderen“ Haargel, oder zuletzt an „Nach 7 Tagen – Ausgeflittert“. Dort ging es immer „direkter“ als in anderen hollywoodschen Comedy-Beziehungsfilmen zu. Schräger. Abgefahrener. Deftiger. Also schön blödsinniger. Wie auch hier. Wo eine urige Idee als Nummernrevue nett-schweinisch verwurstet wird.

Da haben wir also zwei verheiratete Kerle, Rick (OWEN WILSON) + Kumpel Fred (JASON SUDEIKIS). Man hat die „bequemen Jahre“ erreicht, glaubt sich aber immer noch im „erotischen Pfeffer“. Also Sprüche-theoretisch. Quatscht die beliebten Herrenwitze daher, blickt jedem schmucken weiblichen Jeans-Hintern nach. Ihren Frauen (JENNA FISCHER + „Dumpfbacke“ CHRISTINA APPLEGATE/die “Kelly Bundy“ in dem TV-Serienklassiker „Eine schrecklich nette Familie“) langt DAS. Sie geben ihren „sexsüchtigen“ Kerlen eine Ehe-Woche frei. Über einen „Freifahrtsschein“. Eine ganze Woche lang können DIE tun und machen, was sie wollen. ALLES wird akzeptiert. Ohne Fragen/Nachfragen. Eine Woche nochmal ledig, danach wird wieder Zuhause gefrühstückt. Hört sich doch traumhaft an, oder? Mal „außen“ auftanken, um die Ehen wieder in Schwung zu bringen. Toll, geil, cool. Es kann also losgehen. Aber was machen die Kerle mit und in dieser „freien Zeit“ bloß…..??? Und erst die Muttis…..??? Meine Güte, wo laufen sie, wo laufen sie denn hin???

Es war klar, wo dick Farrelli draufsteht, kommt auch Farrelli lauthals ´raus. Ein doller Jux. Mit viel derbem Humor. Marke: Immer feste druff. Auf die Macholinos. Und die Ehefrauen, die wieder „ihre Mädels“ in sich entdecken. „Hall Pass“, so der Originaltitel, sülzt nicht lange herum, sondern spielt Gags gag-deftig aus. Ist dabei bisweilen saukomisch. Hahnebüchen lustig. Sogar zum Brüllen albern. Süffisant schlamassig. Die Emotionen „kochen“. Manchmal mehr, manchmal gar nicht. Ohne schmerzhafte Brandblasen aber kommt hier keiner ´raus.
Amüsant, das Ganze. Und mit dem wunderbaren, völlig „anderen“ RICHARD JENKINS („Ein Sommer in New York“; „Eat Pray Love“) in einem Pracht-Nebenpart. Als d e r Frauenversteher, Analytiker und Frauen-Einschätzer überhaupt: Alt-Kumpel Coakley. Der ewige Single. Der offenbar schon seit den duftreichen „Easy Rider“-Tagen unterwegs ist. Hin zu, mit, bei den FRAUEN. Weltweit: In Rick und Freds Augen lebt ER ihren Traum. Obwohl sein Gesicht aussieht als wären da schon viele „weibliche LKWs“ ´rübergedonnert. Der 63jährige Jenkins in fülliger, aber beherzter Eng-Uniform ist alleine ein filmisches Tollhaus-Leckerli. Genüsslich mimt er mal nicht den ewigen grauen „Anzug-Onkel“, sondern darf als coole Disco-Sau wunderbar abratzen. Herrlich.

„Alles erlaubt – Eine Woche ohne Regeln“ ist, ähnlich wie „Hangover“ und wie ähnlicher Männer-Piff-Paff, ein fröhlicher Rotz zu begleitenden Prozent-Getränken (= 3 ½ PÖNIs).