Alibi Kritik

ALIBI“ von Kurt Mattila und Matt Chekowski (NL/USA; 90 Minuten; Start D: 22.06.2006); zählt zu den (wenigen) tollen Außenseiter-Überraschungen in diesem Kino-Sommer. Im Presseheft wird zu diesen beiden (hierzulande) unbekannten, aus Boston stammenden Regisseuren von einer kreativen „Zwei-Mann-Armee“ gesprochen, die sich in den USA mit Werbeclips, Titelsequenzen für Kinofilme, Kinospots oder „Arrangements für Sportstadien“ hervortaten. Gemeinsam arbeiteten beide an „visuellen Umsetzungen“ (der Hellseher-Sequenzen) für Steven Spielbergs Science-Fiction-Fantasy „Minority Report“ (2002).

Nach einem Drehbuch des Roman-Autoren NOAH HAWLEY („Die Verschwörung der großen Männer“) entstand im Frühsommer 2004 in Los Angeles, mit 26 Ensemble-Mitgliedern und in nur 26 Drehtagen, dieser Spannungs-Spaß, der geschickt wie vergnüglich mit den Klischees verschiedener Genres wie Thriller/Film-Noir und Screwball-Comedy „hantiert“. Ausgangspunkt: Ein ebenso diskreter wie vielbeschäftigter Unternehmer und Freigeist namens Ray Elliot. Mit seiner Agentur „beschafft“ er Klienten „Alibis“, wenn sie einmal „aushäusig“ erotisch „futtern“ wollen. Doch dann geht einmal/erstmals etwas schief, und der sonst so clevere, erfolgsverwöhnte Vertuschungs-Typ und Lonesome-„Kopf“-Cowboy bekommt es mittenmal mit rachsüchtigen Mafiosos, einem hinterhältigen Killer-„Mormonen“, neugierigen Cops, pathologischen Millionären und lüsternen Flittchen zu tun. In einem riesigen Hotel schließlich kommt es zum mit vielen nicht vorhersehbaren Entwicklungen versehenen grandiosen/verblüffenden Show-Down. Wobei Ray zufrieden sein kann, den attraktiven Büro-Neuling Lola an seiner Seite zu wissen, denn die ist nicht nur bildhübsch, sondern auch blitzgescheit.

Eine stimmungsvolle Schelmerei; eine intelligente Komödie um Hochstapler, Gangster und andere Betrüger, die bisweilen an das ebenso angenehm-„komplizierte“ Krimi-Puzzle „Die üblichen Verdächtigen“ (USA 1995/von Bryan Singer/mit u.a. Kevin Spacey in seinem „Oscar“-Part) denken lässt. Denn ebenso wie dort-damals darf man sich an den flotten, anarchistisch-doppelbödigen Verwicklungen ebenso wie an einem spielfreudigen Ensemble erfreuen. Das ist einfach Spaß-pur hier, ironisch-durchtrieben (volksdeutsch: „hinterfotzig“) und natürlich auch sehr klasse-emotional. Mit dem bei uns wenig bekannten, außerordentlich charismatischen STEVE COOGAN (neulich, im missglückten Remake von „In 80 Tagen um die Welt“ als Phileas Fogg) in der Titelrolle. An seiner hübschen (Blondinen-)Seite: REBECCA ROMIJN („X-Men 3″/“Femme Fatale“ von Brian De Palma) sowie exzellente Stichwortgeber wie der Barbra-Streisand-Ehemann James Brolin (TV-Serien-Klassiker „Hotel“/“Unternehmen Capricorn“), Sam Elliott („The Big Lebowski“), John Leguizamo (d e r Killer-/Dealer-Typ im Hollywoodfilm; aber auch Henri Toulouse-Lautrec in „Moulin Rouge“) und Deborah Kara Unger („Silent Hill“). Ein Film, in den man sich gut und gern FALLEN lassen kann/sollte; hat/macht/bietet sehr viel Pep und Pop…..(= 3 PÖNIs).