AFTER THE WEDDING

PÖNIs:    (2/5)

„AFTER THE WEDDING“ von Bart Freundlich (B + R; nach dem Drama „Nach der Hochzeit“ von Susanne Bier/2006; USA 2018; K: Julio Macat; M: Mychael Danna; 113 Minuten; deutscher Kino-Start: 17.10.2019); das Remake des dänisch-schwedischen Streifens „Nach der Hochzeit“ von Susanne Bier aus dem Jahr 2006, der mit einer Auslands-„Oscar“-Nominierung bedacht wurde (und „Das Leben der Anderen“ unterlag), ist leider nicht der große Wurf geworden. War es damals Jacob Petersen (Mads Mikkelsen), der in Indien ein Waisenhaus leitet, vor dem finanziellen Ruin steht und nach Kopenhagen düst, wo ein Milliarden-schwerer Spender (Rolf Lassgard) möglicherweise bereit ist, seinem Projekt aus der Finanz-Klemme zu verhelfen, so ist es heute Isabel (MICHELLE WILLIAMS), die das Waisenhaus in Kalkutta mitbegründet hat und deshalb nach New York fliegt, wo die reiche Unternehmerin Theresa Young (JULIANNE MOORE) eine enorme Millionenspende anbietet, wenn Isabel persönlich vorstellig wird. Wer den Ursprungsfilm kennt, weiß, wie es weitergeht. Jedenfalls wird vor Ort die engagierte Bittstellerin zur Hochzeitsfeier der 21-jährigen Theresa-Tochter Grace (ABBY QUINN) eingeladen, wo sie auf einen ehemaligen Liebhaber trifft, Oscar (BILL CRUDUP), Theresas Ehemann, und die Geschichte in ein bislang sorgfältig gehütetes familiäres Geheimnis mündet, in das alle Beteiligten verwickelt sind. Und nun für wechselhafte Emotionen und Positionierungen sorgt.

So distanziert wie geschildert zieht sich der Streifen durch die Gemüter plus Befindlichkeiten. Autoren-Regisseur BART FREUNDLICH und Gattin, die „Oscar“-Lady JULIANNE MOORE („Still Alice – Mein Leben ohne gestern“), sind ein eingeschworenes Team und arbeiten zum vierten Film-Male zusammen (zuletzt 2008 in „Lieber verliebt“/s. Kino-KRITIK). Mit wechselnden, aber nicht besonders beanspruchenden Gefühlstiraden wird hier „ganz auf Frau“ gesetzt, mit zwei starken „Alpha-Mädels“, die sich gleich-hochrangig duellieren. Dennoch läuft der konstruiert wirkende Streifen insgesamt routiniert durch, ohne die Unruhe verbreitenden „Verstörungen“ des skandinavischen Originals; hier bleibt alles SCHÖN-glatt und entfacht kaum einen überzeugenden Emotions-Sog (= 2 PÖNIs).

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