Planet der Affen Kritiken

PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION“ von Rupert Wyatt (USA 2010; B: Rick Jaffa und Amanda Silver; 105 Minuten; Start D: 11.08.2011); widmen wir uns ungewöhnlicherweise anfangs drei Personen, die maßgeblich an der Produktion beteiligt waren, aber selten d i e Bewunderung bekommen, die sie (zumindest hier) verdient haben. Das Drehbuch des Ehepaares RICK JAFFA & AMANDA SILVER, die schon für intelligente Unterhaltungskinofilme wie „A Trip To Bountiful – Reise ins Glück“/1985; „RoboCop“/1987; „Die Hand an der Wiege“/1992 kreativ mitwirkten, ist außergewöhnlich klug und clever. Behutsam aufgebaut, sensibel erzählt, philosophisch tiefgründig, gesellschaftskritisch packend. Mit subversivem Action-Charme.
Der 53jährige Joseph „JOE“ LETTERI zählt als „Visual Effects Artists“ zu den technischen „Königen“ in Hollywood. Ist vierfacher „Oscar“-Preisträger für seine vorzüglichen wie bahnbrechenden visuellen Effekte in den Filmen „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“ (2002); „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003); „King Kong“ (2005) sowie „AVATAR“ (2009).

Hier erweitert er erneut das erstaunliche Trick-Spektrum um die sog. „Performance Capture“-Methode, was soviel bedeutet wie die menschliche Bewegung und den menschlichen Ausdruck in eine „echte“, überzeugende, glaubwürdige Bandbreite von tierischer Körperbewegung und tierischen Gesichtsausdrücken herzustellen. Zu vermitteln.
Über bzw. mit einem weiteren „Neben-Star“, der erst im späteren Teil des Nachspanns auftaucht: ANDY SERKIS. Der 46jährige britische Schauspieler arbeitet seit über zwei Jahrzehnten in der Film-, Fernseh- und Theater-Branche. Als Schauspieler, Regisseur und Pionier in der Performance- Capture-Darstellung. Bekanntheit erlangte Andy Serkis durch seine Darstellung des Gollum in der Filmreihe „Der Herr der Ringe“. In „King Kong“ von 2005 war er „das Bewegungsmodell“ für den Riesenaffen. Für „Rise of the Planet of the Apes“, so der Originaltitel, hat er als Caesar erneut einen grandiosen Affen-Auftritt.

PIERRE BOULLE (20.2.1912-30.1.1994) gelernter Ingenieur, war französischer Schriftsteller, der mit zwei – verfilmten – Romanen weltberühmt wurde: „DIE BRÜCKE AM KWAI“ (1952/in der BRD 1956 veröffentlicht/der 7fach „Oscar“-preisgekrönte Klassiker von David Lean, mit Alec Guinness, stammt von 1957) sowie „La planète des singes“ von 1963, der hierzulande unter dem Titel „PLANET DER AFFEN“ 1965 herauskam. Thema: Intelligente Affen haben in der Zukunft die Herrschaft auf einem erdähnlichen Planeten übernommen. Und die Spezies „Mensch“ versklavt. Natürlich war dieser Stoff „Futter“ für Hollywood. 1968 kam die Verfilmung „Planet der Affen“ heraus. Regie: Franklin J. Schaffner. In der Hauptrolle: CHARLTON HESTON (mit der deutschen Stimme von Wolfgang Kieling) als US-Astronaut George Taylor im Jahr 3978. JOHN CHAMBERS, der mit einem Team von 78 Spezialisten damals über 600 Affen-Masken anfertigte, erhielt für seine Arbeit den Make up-„Oscar“. Der Film „Planet der Affen“ wurde weltweit zu einem Kassenschlager. Mit „Rückkehr zum Planet der Affen“ (1970), „Flucht vom Planet der Affen“ (1971), „Eroberung vom Planet der Affen“ (1972) sowie „Die Schlacht um den Planet der Affen“ (1973) drehte Hollywood bis zum „Geht-nicht-Mehr“ eine Themen-Reihe durch. 2001 versuchte sich Tim Burton mit „Planet der Affen“ an einem Remake. Mit Mark Wahlberg in der Rolle des US-Astronauten Captain Leo Davidson. „Der SPIEGEL“ damals: „…nach dem Genuss von Burtons Werk weiß man Franklin J. Schaffners 33 Jahre alte Affen-Utopie erst richtig zu schätzen“.

Heute der filmische Neu-Anlauf. Zunächst ganz wichtig: Man muss die alten Filme NICHT kennen, um den aktuellen Film zu verstehen. Er steht ganz für sich selbst. Für Eingeweihte ist er – neudeutsch – ein Prequel, ähnlich wie bei „Star Wars“ oder neulich bei „Star Trek“, also die Vorgeschichte zum ursprünglichen „Planeten der Affen“-Szenarium. Aber wie gesagt, Vorkenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich. Hier geht es NEU „zur Sache“:
„PREVOLUTION, also die VOR-REVOLUTION. In der USA-Gegenwart. In San Franzisko. Will Rodman (JAMES FRANCO) heißt der junge Wissenschaftler, der im Labor eines großen Pharma-Unternehmens forscht. Nach einem Mittel gegen die Alzheimer-Krankheit. Hauptantrieb: Seinem Vater (JOHN LITHGOW) zu helfen, der „darunter“ leidet. Die Versuchsprobanten „dafür“ sind Primaten. Affen. Eingefangen im afrikanischen Urwald. Doch es ergibt sich ein „Problem“: Die Affen werden durch ihre „Mitwirkung als Versuchskaninchen“ intelligent. Durch das Serum noch intelligenter. Erkennen mehr und mehr ihre „Opfer“-Situation und rebellieren dagegen. Dabei wird eine Affen-Mutter getötet. Will nimmt sich ihres Nachwuchs an. Einem Affen-Jungen, den er Caesar nennt und Zuhause aufzieht.

Caesar ist sehr schlau. Wird über die Jahre zunehmender klug. Sieht, hört, lernt, begreift. Irgendwann gibt es beschützerischen Zoff mit einem aggressiven Nachbarn. Einem Piloten, wie wir später erkennen werden. Der einen kleinen Jungen malträtiert. Das alte Lied – der Mensch – wie primitiv. Doch wer verliert dabei? Natürlich: Der inzwischen herangewachsene Caesar wird, juristisch gezwungen, von Will und seiner Partnerin in einem Primaten-Tierheim geparkt. Einem düsteren Abladeplatz für „unerwünschtes Viehzeugs“. In dem die Menschen noch viel ekliger sind als draußen. Da Caesar hier nur einer von vielen „Affen“ ist und beileibe nicht der Stärkste, muss er zunächst gehörig „tricksen“, um mit den Anderen in Kontakt zu treten und klarzukommen. Aber er ist ja inzwischen bauernschlau. Und weiß, „wie es geht“. Bald ist es dann auch soweit – Caesar & Kumpane beschließen ihre Kräfte sinn- und machtvoll zu bündeln. Einzusetzen. Auszuspielen. Stichwort: „Aufstand“. Gegen die Unterdrücker, die Menschen. DIE rücken sogleich mit ihrem gigantischen Waffen- und Maschinenpark an. Die Folgen: Eine Revolution, eine Konfrontation, ein Krieg, der den Planeten für immer verändern soll. „Endspiel“ auf der Golden Gate-Bridge von San Francisco.

Ein intelligenter, atmosphärischer Action-Film. Mit „realistischem“ Science-Fiction-Geschmack. Zumeist aus dem Blickwinkel, aus der Brennweite von Primaten blickend, handelnd. Die dank des Menschen lernen und begreifen, was Anstand, Vernunft und vor allem – Gewalt und Macht bedeuten. DIE Emotionen spüren, nachvollziehen können. DIE ihre geistigen wie physischen Kräfte erkennen und „entsprechend“ umzusetzen beginnen. Weil der Bisher-Herrscher Mensch nicht nur human auftritt. Ganz im Gegenteil. Unmenschlich agiert. Reagiert. Hartherzig. Geschäftstüchtig. Brutal. Egoistisch. Sich für das Nonplusultra auf diesem Planeten hält. Und deshalb ALLES mit diesem macht. Anstellt. Aus totalem Eigennutz. Ohne Rücksicht auf Verluste. Auf Natur, Umwelt, Lebewesen. Tierische Lebewesen. So dass diese sich wehren. Brutal wehren. Wohlüberlegt zurückschlagen. Überlegen werden. Und selbst das Regiment übernehmen? Fragezeichen. Fortsetzung folgt. Möglicherweise. HOFFENTLICH!

Denn: „Planet der Affen: Prevolution“ ist ein kühner Film. Hollywood vom Grobfeinsten. War es damals, 1968, die Atombombe, die vom Menschen erfunden, hergestellt und angewandt wurde, um Sich-Selbst hinzurichten, so ist es heute die latente selbstzerstörerische Unvernunft. Die Dauer-Aggressivität und Macht-Arroganz, die der Homo Sapiens fabriziert und ihn kaputtgehen lässt. Affen begreifen DAS. Und übernehmen, bestimmen jetzt selbst das (bessere?) Denken und Handeln. Doch zunächst müssen sie dieses „gemeine Tier Mensch“ erst einmal bekämpfen, besiegen. Um es – vielleicht – zu zähmen. Oder für immer zu unterjochen. Die bisherige Rangfolge zwischen Herrscher und Beherrschten löst sich (vielleicht) auf. Wie reizvoll. Und spannend.

Viele Gedanken explodieren während dieses außergewöhnlichen wie SEHR spannenden Hollywood-Movies: Wie gehen WIR heute mit Minderheiten, Unterprivilegierten, Schutzwertem um? In der Nachbarschaft? Oder aus anderen Gegenden? Regionen? Was wäre, was würde passieren, wenn sich die vielen aufgewachten Ab- wie AUSGESTOSSENEN in unserer Umgebung, ob Mensch, ob Tier, zusammenraufen würden, um dann gegen Uns „anzutreten“??? Was könnte DAS für ein „Planeten-Fieber“ auslösen? Ideen mit Prima-Chaos-Charme.

Eine angespannte, prickelnde Spannungsstimmung verbreitet diese Klasse Affen-Party. Mit vielem großartigem „sozialem“ Denk-Dampf, beeindruckenden, faszinierenden Primaten-Motiven und rasantem, starkem Action-Zauber. In dem menschen-ähnliche Tiere den rauen Ton angeben. Und dominieren. Weil sie klüger werden. Im Gegensatz zu Uns. Dank unserer zunehmenden Selbstüberschätzung(en). Von wegen Einzigartigkeit. Von wegen totaler Überlegenheit. Hier und Heute.

Eine vortreffliche hintergründige, phantastische Performance. Bei DER die Menschen-Darsteller, mit dem überragenden Demenz-Dad JOHN LITHGOW („Garp und wie er die Welt sah“) und einem solide staunenden Sohn-Forscher JAMES FRANCO („127 Hours“), lediglich Stichwortgeber für die cleveren, äußerst bewegungsflotten „Viecher“ sind. Mit dem charismatischen Caesar als ihrem Anführer.
Der britische Regisseur RUPERT WYATT, 38, dessen Debütfilm „The Escapist – Raus aus der Hölle“ von 2008 bei uns (im Januar 2009) „nur“ auf DVD herauskam, hat einen grandiosen, coolen, faszinierenden und „charakterstarken“ Affenmensch-Film geschaffen. In Ausdruck, Empfinden und Zeit-Seele. Mit viel Herz, Verstand und scharfem Humor.

„Planet der Affen: Prevolution“ ist ein vorzügliches, ist ein überragendes Blockbuster-Movie! Mit übrigens einer ganz und gar schwarzhumorigen Gag-Pointe zuletzt, beim„Auslaufen“, während des Nachspanns. Von wegen – wie geht es eigentlich mit diesem fiesen Will-Nachbarn weiter? Dem Piloten? Denn DER und DAS betrifft uns alle, wie es zynisch-komisch (oder umgekehrt) festzustellen gilt. Unbedingt also sitzen bleiben. Bis zum bitteren (Noch-)Ulk-Ende (= 4 ½ PÖNIs).

PLANET DER AFFEN: REVOLUTION“ von Matt Reeves (USA 2013; B: Mark Bomback, Rick Jaffa, Amanda Silver; K: Michael Seresin; M: Michael Giaccino; VISUAL EFFECTS SUPERVISOR: JOE LETTERI; 131 Minuten; Start D: 07.08.2014); für mich war „Planet der Affen: Prevolution“ der beste Film des Kino-Jahres 2011 (s. Kino-KRITIK). Mit „4 ½ PÖNIs“ an der Spitzenbewertungsgrenze. Die jetzige Fortführung ist, salopp gesprochen, „noch einen ganzen Zahn schärfer“.

Wo, was, weshalb, warum = zum Film-Thema „Planet der Affen“ verweise ich zunächst auf den damaligen ausführlichen Kritik-Text. Heuer sind die Fronten klar. Die Prevolution, also die Vor-Revolution, haben die Affen gewonnen. Das ist jetzt zehn Jahre her. Währenddessen hat sich die Menschheit – fast gänzlich – ausgerottet. Der von ihr im Labor geschaffene und sich dann freisetzende Virus ALZ 113, den sie auch noch „Affengrippe“ nannten, löschte 90 Prozent der Weltbevölkerung aus. Ganz klarer K.O.-Sieger auf dem Planeten: Primaten.

Mit und in diesem Zustand steigen wir hier ein. In und um San Franzisco. Der Abspann aus „Prevolution“ ist hier der Vorspann: Kurz wird im Prolog noch einmal skizziert, wie sich die Menschheit, der „höhere“ Verwandte der Primaten, dezimierte. Die resistenten Affen haben sich in die jahrtausendalten Wälder von „Muir Woods“ zurückgezogen und dort eine Kolonie gegründet. In der sie innerhalb diverser Arten friedlich miteinander leben. Und eine Art Neue Gesellschaft aufgezogen haben. Die miteinander in ständiger Kommunikation steht. Anführer ist Caesar (ANDY SERKS), der einst vom Menschen „intelligent“ erzogen wurde und nun die Sippe – mit einer humanen Beraterclique, genannt „Der Rat der Affen“ – weise lenkt und klug leitet. Caesar selbst hat eine Familie gegründet, lebt mit Frau (JUDY GREER) und einem Baby zusammen. Aber wie beim Menschen, es kann der friedfertigste Affe nicht in Ruhe leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Caesars Position wird immer wieder, erst unterschwellig, dann vehementer, in Frage gestellt. Konkurrenten, wie etwa den renitenten Koba (TOBY KEBBEL), kann er handfest-überzeugend in Schach halten. Noch.

Dann aber verändert sich das friedliche Bild vollends. Einige immune Menschen haben doch überlebt. Hausen in den Ruinen von San Franzisco und benötigen Strom. Die Aktivierung des sich in der Nähe befindenden Staudamms soll die Zufuhr ermöglichen. Doch dafür müssen die Menschen durch den Wald. Wo die Affen leben. Neue (AN-)Spannungen sind die Folge. Zumal auf beiden Seiten immer noch „Hasser“ wühlen. Menschen machen die Affen für ihr jämmerliches (ÜBER-)Leben verantwortlich und betrachten diese als Feinde, die es auszulöschen gilt. Unter den Affen herrschen Wut und Rachegedanken über die ersten Todesschüsse eines überkandidelten Menschen. Caesar und sein menschlicher Verhandlungspartner (auch im Geiste), Ingenieur Malcolm (JASON CLARKE), beschließen ein Abkommen. Doch der pure, unappetitliche, inhumane Rassismus auf beiden Seiten ist nicht aufzuhalten. Lieber vernichten, als miteinander zu kooperieren.

GEWALT wird (mal wieder) zum Lösungs-Mittel aller Probleme ausgerufen. KRIEG. Wobei sich ZWEI besonders hervortun: Ein Mr. Dreyfus (GARY OLDMAN), der es nicht begreifen will und verknusen kann, dass Affen auf seiner – doch so hochintelligenten – Menschenstufe stehen. Gleichrangig sein sollen. Zudem sind DIE ja sowieso an allem schuld, siehe damals den Auslöser, sprich: „Affen“- Virus. Also müssen die Tiere vernichtet werden. Endgültig. Gegenüber „ackert“ Primaten-„Brutus“ Koba für seine Chance. Als Kriegstreiber und neuer Feldherr. Und er versteht es ebenso geschickt wie hinterhältig, die gemeine, opportune Masse zu verführen. Die angeblich klügsten Spezies auf dem sowieso schon viehisch geschändeten Planeten Erde gehen zum nächsten widerwärtigen Vernichtungskrieg über. “Planet der Affen: Revolution“ ist auch ein blitzgescheites Antikriegs-Movie.

Affen + Menschen = Eine Stufe. Zum Da-Sein geboren, zum Krieg bereit. Humane Gesellschaftsmitglieder tun sich als Oberhäupter und Vor-Denker schwer. Die „Hitlers“ wollen listig und aggressiv an die Macht. Töten, lügen, verführen und tricksen sich und Anhänger-Konsorten nach oben. Ein nur friedliches Insgesamt-Gemeinwesen auf dem Planeten Erde ist offenbar unmöglich. Die „Mr. Hydes“ versuchen sich immer wieder gegen die „Dr. Jekylls“ zu behaupten. Und oftmals gelingt es ihnen auch. „Planet der Erde: Revolution“ geht angenehm kirre in den Kopf. Besitzt aktuelle Gedankenverbindungen. Zu den abscheulichen Kriegen unserer Zeit(en).

Und betört die Sinne im besten 3 D-Handwerk. Was hier an tricktechnischer Action-Performance (im Motion Capture-Verfahren) installiert wurde, ist faszinierend. Sagenhaft perfektioniert. Besitzt visuell den Charme von genial. Ist ständig doppelbödig an- wie aufregend. Weiß erzählerisch mutige Zeichen zu setzen und optische Dauerspannung grandios zu vermitteln. Und ist darstellerisch brillant. Zumindest in den Affen-Figuren. DIE hier „führend“ sind. Und wirken. Sein Name: ANDY SERKIS. Geboren am 20. April 1964 im britischen Ruislip Manor, Middlesex. Bekanntheit erlangte er durch die Darstellung des Gollum/Sméagol in der Filmreihe „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ von Peter Jackson. Als Titelheld in bzw. Bewegungsmodell für „King Kong“ katapultierte er 2005 Performance-Capture, bei dem Bewegungen durch unzählige Punkte an Körper und Gesicht aufgenommen und durch ein Computer-Programm umgesetzt werden, in eine neue Dimension. Er ist der berühmteste Affen-Darsteller der Welt. „Lieber spannende Tiere als eindimensionale Menschen“, lautet sein darstellerisches Alpha-Motto (Interview im „Süddeutsche Zeitung Magazin / Ausgabe 43 / 25. Oktober 2013). Und: „Man vermag wunderbar etwas über die Menschen sagen, wenn man selbst kein Mensch sein muss“, ironisiert er schlüssig. Als Caesar ist er mal Gandhi, mal Bruce Willis mit Fell. Man erschaudert bei seinem Anblick ebenso wie man entzückt ist. Vor so viel „Identität“. Personell wie atmosphärisch. Eine affenstarke „Oscar“-Leistung.

Und der Regisseur? MATT REEVES?: Am letzten Montag (04.08.2014) lief gerade im ZDF spätabends sein packender Horrorfilm „Let Me In“ von 2010, ein Remake des schwedischen Hits „So finster die Nacht“ von 2008. Davor schuf der 48jährige gebürtige New Yorker den Science Fiction-Horror-Streifen „Cloverfield“ (2008); angefangen hat er als Drehbuch-Autor und Regisseur bereits 1996 mit „Der Zufallslover“ (mit Gwyneth Paltrow, David Schwimmer + Barbara Hershey), bevor er sich beim US-Fernsehen etablierte. Der zweite neue Affen-Film von IHM ist ein bedeutsames Werk geworden. Folgt und übertrifft seinen schon hervorragenden Vorgänger (von Regisseur Rupert Wyatt) mit einer faszinierenden Schlüssigkeit, einer ungeheuren Dramatik, einer optischen wie emotionalen Niveau-Brisanz.

„Planet der Affen 2“ ist ein überragendes Meisterwerk in der Genre-Kunst (= 5 PÖNIs).