DRIVER

„DRIVER“ von Walter Hill (B + R; USA 1978; K: Philip H. Lathrop; M: Michael Small; 91 Minuten; BRD-Kino-Start: 4.1.1979); WALTER HILL, geboren am 10. Januar 1942 im kalifornischen  Long Beach, zählt zu den coolsten Hollywood-Action-Autoren-Regisseure der Siebziger und Achtziger Jahre. Werke wie „Ein stahlharter Mann“; „Die Warriors“; „Die letzten Amerikaner“oder „Nur 48 Stunden“ und „Straßen in Flammen“ gelten längst als Genre-Kult-Objekte. Hill, 1968 als Regie-Assistent beim Auto-Jagd-Klassiker „Bullitt“ von Peter Yates (mit Steve McQueen in der Titelrolle) mit-dabei, ließ sich „davon“ inspirieren und erzählt hier einen Straßen-Western, in dem die namenlose Hauptfigur, genannt „Der Driver“, nur insgesamt 350 Worte spricht und ansonsten mit seinen Fähigkeiten als eben „spezieller“ = extremer Fahrer glänzt. Der in der  Unterwelt von Los Angeles wegen seiner brillanten Fahrkünste „begehrt“ ist, von dort engagiert wird, um Räuber gegen einen hohen Sold mit ihrer Beute vom Tatort (rücksichtslos) wegzubringen und an einen sicheren Ort zu platzieren. Was wir vom „Driver“ erfahren, ist, dass er offensichtlich keinen festen Arbeitsplatz inne hat, in billigen Motels absteigt, Klamotten-mäßig eher „bescheiden“ lebt  und einen tragbaren Kassettenspieler besitzt, auf dem sich Country-Musik befindet. Seine Jobs erledigt er mit einer geradezu stoischen Ruhe und „Sicherheit“, ohne dabei eine Miene zu verziehen. Natürlich erinnert das Milieu von bzw. des „The Driver“, so der Originaltitel, an das Pariser Parallel-Universum eines stoischen Alain Delon; als und in „Der eiskalte Engel“ von Jean-Pierre Melville.

Sein Verfolger ist „Der Bulle“, gespielt von BRUCE DERN. Dessen Methoden sich in einer ermittlerischen Grauzone zwischen legal und scheiß-egal befinden. Ihm scheint vor allem es ein dringendes persönliches Bedürfnis zu sein, „The Driver“ zu fassen. Während seine Kollegen von seiner „fanatischen Handhabung“ nicht sonderlich begeistert sind. In weiteren Auftritten: Die Französin ISABELLE ADJANI als „Die Spielerin“ sowie RONEE BLAKELEY als „Die Agentin“.

DIE Überraschung aber ist der Typ selbst beziehungsweise sein Interpret: Denn – nachdem u.a. der angefragte Robert Mitchum ein Engagement als „The Driver“ ablehnte – wurde der in Hollywood als „Softie“ geltende 37jährige RYAN O’NEAL verpflichtet, der 1970 für seinen Part in dem Schmachtfetzen „Love Story“ eine „Oscar“-Nominierung zugesprochen bekam. Und sich danach in Filmen wie „Is‘ was, Doc?“, „Paper Moon“ und „Barry Lyndon“ behaupten konnte. Als cooler Fahrer bewegt er sich überzeugend-„robust“ fort und gibt hier seinem Nervenkitzel-Sucht-„Bubi“ grandioses Profil. Eine darstellerische Mimik-Meisterleistung des später schauspielerisch absackenden Kaliforniers.

„DRIVER“ von Walter Hill jedenfalls zählt zu den besten Unterhaltungs-Attacken des schnellen Kinofilms und ist ebenfalls mit viel Kultgeruch ummantelt (= 4 PÖNIs).