Brigitte Horney

Geboren wurde sie am 29. März 1911 in Berlin-Dahlem. Ihre Eltern waren Dr. Oscar Horney und Karen Horney, geborene Danielsen, eine weltbekannte Psychotherapeutin. Brigitte wuchs in Berlin auf und nahm nach dem Abitur Tanz- und Schauspielunterricht. Nachdem sie einen Nachwuchspreis der Max-Reinhardt-Schule gewonnen hatte, wurde 1930 der Film auf sie aufmerksam. Der Regisseur Robert Siodmak besetzt sie in dem UFA-Drama „Abschied“.

Als lebenshungrige Verkäuferin Hella, die mit ihrem Geliebter in einer tristen Berliner Pension zusammenlebt, lässt sie bereits jene Zwischentöne anklingen, die später zu ihrem unverwechselbaren Markenzeichen werden. In der Folgezeit pendelt Brigitte Horney ständig zwischen Theater- und Filmarbeiten. Sie steht in Würzburg, Berlin, Zürich und Basel auf der Bühne. In Filmen wie „Savoy-Hotel 217“, „Das Mädchen von Fanö“ oder „Münchhausen“ mit Hans Albers als Partner wird sie zur Gallionsfigur deutscher Schauspielerinnen. Ihre selbstbewusste, erotisch-herausfordernde und intensive Spielart erweckt bei Frauen und Männern gleichermaßen Sympathie und bringen ihr Starruhm ein. Von außergewöhnlicher, exotischer Schönheit und Fotogenität und im Besitz einer rauen, sinnlichen Stimme verkörpert sie einen Typus, der zwischen Jean Harlowe und Marlene Dietrich angesiedelt ist.

Ende März 1946 wird fälschlicherweise gemeldet, „die Horney“ sei tot. Aber sie hält sich nur für längere Zeit in einem Schweizer Sanatorium auf und kehrt danach in ihren Beruf zurück. Spielt Theater in Zürich und arbeitet viel vor der Kamera in der Bundesrepublik. Nach dem Tod ihrer Mutter siedelt Brigitte Horney 1952 in die USA über, um deren Lebenswerk, ein psychoanalytisches Institut und eine Poliklinik, fortzuführen. Ihr fester Wohnsitz wird Boston. Jedoch kehrt sie immer einige Monate im Jahr in die Bundesrepublik zurück, um Angebote von Theater, Film und dann vor allem Fernsehen anzunehmen.

1975 tritt sie letztmalig am Schauspielhaus Zürich auf der Bühne auf. 1976 erhält sie das “Filmband in Gold“ für ihre langjährigen Verdienste um den deutschen Film. Ihr letzter Kinofilm ist „ Bella Donna“ von Peter Keglevic, wo sie eine skurrile Alte prächtig karikiert (s. auch Kritik). Danach wird sie millionenfacher Publikumsliebling in der erfolgreichen ZDF-Serie „ Jakob und Adele“ mit Partner Carl-Heinz Schroth. Heute ist sie gestorben diese große, vielseitige Lady des deutschen Theaters und Kinos.

Brigitte Horney: ein erfülltes Leben ist im Alter von 77 Jahren zu Ende gegangen.