ZWEI HINREISSEND VERDORBENE SCHURKEN

Wenn zwei solch hervorragende Schauspieler wie der Brite MICHAEL CAINE und der Amerikaner STEVE MARTIN zusammentreffen, ist die halbe Unterhaltungsmiete schon garantiert. Für den spaßigen Rest sorgt Regisseur Frank Oz, der neulich so wunderbar mit dem “kleinen Horrorladen“ herumalberte und davor auch mal Puppenspieler bei den ‘Muppets‘ war. Neuester Ulk dieses Teams: „ZWEI HINREISSEND VERDORBENE SCHURKEN“ von Frank Oz (USA 1988; 110 Minuten; Start D: 24.08.1989). Und das sind natürlich Michael Caine und Steve Martin.

Die begegnen sich das erste Mal in einem Zug und stellen trotz einer Gemeinsamkeit schon Unterschiede fest. Denn Lawrence alias Michael Caine räubert lieber im großen, glanzvollen Stil. Während Freddy, Steve Martin, sich Billigst-Gaunereien über Wasser hält. Als der Kleine aber im Terrain des Großen wildert, macht der ernst und läßt ihn erstmal einsperren. Der ebenso galante wie korrupte Ober-Polizist des exklusiven Ortes gibt die Parole aus. Doch so leicht ist Freddy nicht abzuspeisen. Er will auch was vom großen Kuchen. Also trägt man, ganz mannhaft und trickreich, ein Duell aus. Es gilt, die nächste reiche Lady auszuplündern. Dabei schmeißen sich nun beide voll in Positur, erweisen sich als komische G-entleman und geraten genau an die Richtige. Oder Falsche, ganz wie man will.

“Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ ist das Remake von “Zwei erfolgreiche Verführer“ aus dem Jahre 1963, in dem einst David Niven und Marion Brando verschiedene Rivieradamen dazu veranlaßten, ihnen Geld, Schmuck und zeitweise auch das Herz zu überlassen. Das Remake heute ist übrigens besser. Michael Caine ist der sympathisch-galante, trockenhumnorige Edel-Gauner und ein würdiger David-Niven-Nachfolger. Steve Martin erinnert mit seinen mimischen Eskapaden bisweilen an einen Jerry Lewis in Höchstform. „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ macht unangestrengt Spaß und ist Boulevard-Kintopp, der von der Spiel- und Schadenfreude aller prächtig lebt (= 4 PÖNIs).