ZU SCHÖN FÜR DICH

Der französische Regisseur Bernard Blier gehört zu den kreativsten und interessantesten Filmemachern seines Landes. Ein Querdenker und Provokant, der durch hervorragende Filme wie “Die Ausgebufften“ oder “Frau zu verschenken“ bekannt wurde.

In seinem neuen Werk „ZU SCHÖN FÜR DICH“ von Bernard Blier (B+R; Fr 1989; 91 Minuten; Start D: 08.11.1990); ist ein toller Kerl, Gerard Depardieu, mit einer wunderschönen Frau, Carole Bouquet, verheiratet. Doch dann reizt ihn auf einmal seine nicht mehr ganz junge Sekretärin, ein “hässliches“, unscheinbares Wesen sozusagen, und das führt zwangsläufig zu allgemeinen Verwirrungen.

Ah ja, darum geht‘s also: “Wahnsinn, das ist das Schönste im Leben“. Und: “Nicht das Leben ist Scheiße, sondern die Liebe“. Gemeint ist natürlich die eindimensionale Liebe, klar. Das aber “Schön“ nicht immer auch zu “Schön“ partnerschaftlich passen muss, das ist die Botschaft des Films. Doch der Angriff auf die bourgeoisen Vorstellungen von Glück und Zweisamkeit ist zu lasch, kraftlos, auch langweilig. Trotz hervorragender Schauspieler wird dieses intellektuelle Puzzle wenig überzeugend ausgebreitet. Der Versuch, gegen herkömmliche Beziehungsklischees subversiv anzugehen, ist eine unerfüllte Idee geblieben. Deshalb geht “Zu schön für dich“ wieder aus dem Kopf (= 2 PÖNIs).

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