ZERO DAYS

Ein Satz am Anfang „wirkt“ sofort: „Es gibt Gruppierungen, die Demokratie für einen Witz halten“. Und DIE handeln dementsprechend. Tagtäglich. Zweitens: Krieg-heute findet nicht mehr an „einer Front“ statt. Mit militärischem „Gegenüber“. Sondern am beziehungsweise über: Computer. Bedient durch hochkarätiges Technik-Personal. Die solange „feilen“, bis sich „DAS“ verselbständigt, was sie eingerichtet haben. Wir haben Angst vor Terror-Anschlägen? Nach diesem Dokumentarfilm-Thriller kann es sein, dass Gedanken wie Emotionen in eine andere – extrem-gefährlich-technischere – Richtung Amok laufen. Denn wir erfahren von weitaus schlimmeren, verheerenden Bedrohungen = Vernichtungsmöglichkeiten, die Menschen gegen Menschen einrichten und die von „eigenständigen“ Computern ausgeführt werden. „Der Spiegel“ informiert in einem ausführlichen Artikel in der Ausgabe 39 vom 24.9.16 darüber. Überschrift: „HACKER STATT SOLDATEN: DER DIGITALE KRIEG“. Ich zitiere aus diesem Artikel, in dem ich dortige Texte in kursiver Schrift verwende.

„Zero Days“ ist ein realer Ein-Paar-Sekunden-vor-12-Film:

ZERO DAYS – WORLD WAR 3.0“ von Alex Gibney (B + Produktion + R; USA 2015; K: Antonio Rossi, Brett Wiley; M: Will Bates; 116 Minuten; Heimkino-Veröffentlichung: 16.09.2016).

KÜHLER KRIEG. Nicht Panzer oder Flugzeuge werden in Zukunft über Sieg oder Niederlage entscheiden, sondern Software und Computer. Die neuen Cyberwaffen sind ein sicherheitspolitischer Alptraum – und bedrohen schon jetzt die Demokratie des Westens.

Im Juni 2010 tauchte er erstmals auf, der Computer-Wurm, genannt STUXNET. Hochkomplex verbreitete er sich mit einer bis dato noch nie vorkommenden Aggressivität auf der ganzen Welt. Dabei errichtet / eingerichtet für die moderne Kriegsführung. Als folgenschweres Update, um im Iran die Urananreicherungsanlagen zu zerstören. STUXNET verbreitete sich eigenständig und unkontrolliert weiter und verwischte dabei seine eigenen Spuren. Sicherheitsexperten entdeckten schließlich dieses Schadprogramm, das viele Millionen Rechner weltweit infiziert hatte. Nicht nur die „vorgesehenen Atomanlagen“ attackierte, sondern auch Kraftwerke, Finanzsysteme und Stromnetze hätte problemlos angreifen können. Nach Belieben. Wer hinter „diesem Wurm“ steckte, war zunächst rätselhaft, jedoch verdichteten sich die Merkmale, dass staatliche Geheimdienste hinter diesem Sabotageprogramm steckten. Konkret: Israel und die USA.

Philip Alexander „Alex“ Gibney, kurz ALEX GIBNEY. Sohn des Journalisten und Schriftstellers Frank Gibney. Yale-Absolvent (in japanischer Literatur). Geboren am 23. Oktober 1953 in New York City. Drehbuch-Autor, Filmproduzent, Regisseur. Alex Gibney ist einer der bedeutendsten Filmemacher der Gegenwart. Bekannt für seine filmisch brillanten, fesselnden und äußerst aufschlussreichen Dokumentarfilme wie „Taxi zur Hölle“ von 2007 über den Mord an dem afghanischen Taxifahrer Dilawar, der von US-Soldaten 2002 auf der Bagram Air Base zu Tode gefoltert wurde; dafür erhielt Alex Gibney 2008 den „Oscar“ als „Bester Dokumentarfilm“. Weitere dokumentarische und vielfach prämierte Hochkaräter von Alex Gibney: „We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte“ (2013) und „Die Armstrong Lüge“ (2014). Zu Alex Gibneys letzten Filmen zählen „Going Clear: Scientology And The Prison Of Belief“, der im Vorjahr beim „Sundance Festival“ lief und bis heute mit 6,5 Millionen Zuschauern der meistgesehene Film beim investigativen US-TV-Privat-Sender HBO seit zehn Jahren ist. Dieser Streifen sowie sein Film „Steve Jobs: The Man In The Machine“, der im Herbst 2015 in die US-amerikanischen Kinos kam, wurden für insgesamt 8 „Emmys“, den TV-„Oscars“, nominiert und gewannen drei. Warum ich ALEX GIBNEY so viel Platz einräume und Interesse entgegenbringe? Weil er gegenwärtig das wohl aufregendste UND spannendste Dokumentarfilm-Thriller-Kino herstellt. Wie „ZERO DAYS“, der hierzulande kurz in den Kinos lief, bevor er umgehend sofort für das hiesige Heim-Kino platziert wurde:

Im 21. Jahrhundert ist das Internet neben Land, Luft, See und Weltraum zum neuen Kriegsschauplatz geworden, der vieles, was für die Kriege vergangener Jahrhunderte galt, in Zweifel zieht…. Der Krieg der Zukunft ist ein hybrider Krieg ohne Kriegserklärung, ohne Anfang und Ende.

Das 50 Millionen Dollar teure Sabotageprogramm STUXNET. Perfekt ausgeklügelt. Alex Gibney und sein Team machen sich auf die Suche. Wer hat wann was wo gedacht, gemacht, gelenkt. Wer überhaupt weiß etwas von diesem neuen Kriegs-Gerät. Zeit-Zeugen werden befragt. Bohrend. Blocken ab. Ein ehemaliger CIA-Direktor lächelt: Keine Ahnung. Von wegen. Vielsagend auch der Auftritt des russischen Antivirenspezialisten Jewgeni Kasperski. Motto: Natürlich weiß man, was ist, will es aber nicht offenbaren. Whistleblower kommen mit ins Boot. So dass Insider-Wissen bekannt wird. Allerdings beherrscht Alex Gibney auch verblüffende „Tricks“ und weiß, wie er trotz des „Kein Kommentar“-Klientels an wichtige aufklärende Informationen herankommt. Eine „Masche“: Er baut sich sozusagen einen virtuellen „Enthüller“, der sich aus einer Vielzahl ungenannt bleibender Quellen zusammensetzt und dabei prekäre Zusammenhänge herzustellen vermag. Was wiederum weitere Fragen provoziert. So ergibt sich nach und nach das Bild einer aktuellen Vernichtungswaffe ungeheuren Ausmaßes. Für den, wie es inzwischen heißt, „Cool War“. Den neuen „Kühlen Krieg“.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu so einem Katastrophenszenario kommt, ist zuletzt deutlich gestiegen. Seit einigen Wochen kursieren im Netz Digitalwaffen aus dem Bestand des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Jeder, der will, kann sich diese Hackerwerkzeuge herunterladen. IT-Experten haben das getan und getestet: Die Werkzeuge waren noch einsatzbereit.

„Olympic Games“ hieß die Operation mit STUXNET. Bei der CIA. Der Hamburger Experte Ralph Langer, der zu den ersten „Stuxnet“-Analysten gehörte, war entsetzt, als er sich mit diesem neuen „Vernichtungswerkzeug“ befasste. Eric Chien vom IT-Sicherheitsunternehmen „Symantec“ klingt fassungslos, als er meint, dass seine Kollegen und er normalerweise „Schadstoffe“ binnen Minuten sezieren können, hier dauerte es rund einen Monat, bis man zur eigentlichen Funktion des Programms vorgedrungen war. Und: „Es enthielt so gut wie keine Fehler. Das ist extrem selten“.

Dieses beruhigende „Das-findet-ja alles-woanders-und-weit-weg-Statt“ existiert nicht mehr. Wir befinden uns ALLE inzwischen mitten drin. In diesem Krieg, für den – bisher jedenfalls – keine internationale Konventionen und Regeln gelten. Fazit dieser digitalen Dunkelreise: Das Internet ist gefährlich beziehungsweise gefährlicher sowie unsicher beziehungsweise unsicherer denn je. Es geht um die „globale Dominanz“. Zynisch: Die Weltmeisterschaft der besten Hacker ist ausgerufen. Die Gewinner kriegen die Macht. Haben dann den Finger am Auslöser.

Mehr als 15 Staaten sollen inzwischen in der Lage sein, mit digitalen Waffen die Energie-, Kommunikations- und Verkehrsnetze, das Finanzsystem und die Lebensmittellogistik ganzer Staaten zu torpedieren. Mit gewaltigem finanziellem und personellem Aufwand entwickeln sie dafür maßgeschneiderte Schadsoftware, die das digitale Nervensystem von Behörden und Firmen zerstören kann.

„ZERO DAYS“ von ALEX GIBNEY ist einer der aufregendsten Thriller gegenwärtiger Denk-Zeiten. Dieser großartige Dokumentarfilm durchbricht das Schweigen der amtlichen Politik und stößt eine der wichtigsten Debatten unserer Zeit an.

„ZERO DAYS“ = Ein unbedingtes MUST-SEE-Movie!!!

Anbieter: „DCM“