WASSER FÜR DIE ELEFANTEN

WASSER FÜR DIE ELEFANTEN“ von Francis Lawrence (USA 2010; B: Richard LaGravanese; nach dem gleichn. Roman von Sara Gruen/2006; K: Rodrigo Prieto; M: James Newton Howard; 114 Minuten; Start D: 28.04.2011); das ist der – nach “Constantine“ (2005/mit Keanu Reeves) und der Will Smith-Show „I Am Legend“ – 3. Kinospielfilm des am 26. März 1970 in Wien geborenen amerikanischen Musikvideo-Machers (u.a. für Lady Gaga, Britney Spears, Pink), Werbeclip- und Filmregisseurs. Der auf einem Skript des 51jährigen Autors RICHARD LaGRAVANESE basiert, der für die Drehbücher zu Erfolgsfilmen wie „König der Fischer“ (1991/“Oscar“-Nominierung), „Die Brücken am Fluß“ (1995/von + mit Clint Eastwood) sowie „Der Pferdeflüsterer“ (1998/von und mit Robert Redford) verantwortlich war. Und der hier den gleichnamigen 2006-Bestseller der kanadischen Schriftstellerin SARA GREEN adaptiert, der 2008 auch bei uns herauskam und im amerikanischen Zirkusmilieu zur Depressionszeit von anno 1931 angesiedelt ist.

Wo der Student Jacob Jankowski, Sohn polnischer Einwanderer, praktisch über Nacht vor dem Nichts steht. Als seine Eltern bei einem Autounfall sterben, muss er seinen Universitätsabschluss als Veterinärmediziner abbrechen, weil ihm nunmehr Haus und Geld fehlen. Glauben wir das einfach mal so. Also begibt er sich auf die Wanderschaft und landet zufällig bei einem Wanderzirkus. „Benzini“. Wo er sich fortan als „Junge für alles“ verdingt. Bis der Chef mitkriegt, dass er es hier mit einem “Studierten“ zu tun hat und ihn als „Tierarzt“ verpflichtet. Vor allem für die neuen Attraktion, einen Elefanten, der aber nur auf „polnische Sprachanweisungen“ reagiert. So ein Zufall, denn Jacob spricht ja polnisch. Aber die Probleme liegen ganz Woanders. Nicht bei den Tieren, was vielleicht noch ganz unterhaltsam wäre (= besonders der Elefant gäbe ein besseres „längeres Motiv“ originell her á la „Der Elefantenflüsterer“), sondern bei den komplizierten Menschen. Wie gehabt. Denn der Zirkusdirektor August Rosenbluth ist ein sadistisches Arschloch, mit psychopathischen Wut- und Gewaltanfällen, der gerne Menschen wie Tiere quält. Und sich, jedenfalls wird das ständig angedeutet, „überflüssiger Mitarbeiter“ schon mal während der Fahrt „entledigt“, in dem er sie „einfach so“ aus dem Zug schmeißen lässt. Um das zu bezahlende Personal „zu verkleinern“. Von wegen Wirtschaftskrise, Geld- wie Brot-Knappheit. Die Not-Zeiten. Also weg „mit dem Material“. Zudem behandelt er seine Ehefrau, die Kunstreiterin Marlena, wie sein Eigentum. Wehe, wenn ihr jemand „zu nahe kommen würde“… Und natürlich geschieht genau dies. Denn zwischen dem schmucken Jacob und der schönen Marlena ergeben sich natürlich Techtelmechteleien. Sprich – die verbotene Romanze. Chef August ist natürlich stinkesauer. Und schlägt zurück.

„Jenseits von Afrika“ als opulente 08/15-Leichenfledderei. Als Schmöker-Kino, das sich für die sozialen Zeitprobleme wenig interessiert und im Übrigen – nicht funktioniert. Weil die Beteiligten nicht zusammenpassen. Und „der Funke“ nicht überspringen will. Ganz im Gegenteil. Soviel Langeweile bei soviel Promis gab es schon lange nicht mehr. Fangen wir beim „Bubi“ an: Der smarte 24jährige Brite ROBERT PATTINSON, bekannt als Edward Cullen-Vampir aus den „Twilight“-Movies nach Stephenie Meyer („Bis(s) zum Morgengrauen; zur Mittagsstunde, zum Abendrot“/2008-2010), lächelt als Jacob meistens nett daher, zeigt sich ansonsten aber als völlig unbeweglich. Wirkt als Lover fade und lächerlich. Unglaubwürdig. Lahm.

„Oscar“-„Mädel“ REESE WITHERSPOON („Walk the Line“/2005) als Zirkusfrau Marlena läuft dagegen ständig verkrampft wie uninspiriert herum. Emotional undercover sozusagen. Zwischen albern und nervös-künstlich „aufgeregt“. Eben null funkend. Während „unser“ österreichischer „Oscar“-Hero, der 54jährige CHRISTOPH WALTZ, die abgeschwächte Version seines diabolischen SS-Standartenführers Hans Landa aus Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ von 2009 mit intellektuellem Brechreiz-Charme vorhersehbar vorführt. Als cholerischer Diktator, als charismatischer „Führer“ seines Zirkus-Kosmos, wirkt er wie ein trotziger, alberner Spinner-Despot mit lauter offensichtlichen Psycho-Störungen. Ein kaputter, dabei aber wenig interessanter Typ. Marke: Mehr bemühter Text-Aufsager. Aufgeplustert mit eindimensionalen, uninteressanten Schizo-Waltzereien. Christoph Waltz sollte aufpassen, dass er nicht immer nur die Bekloppten, Gestörten, die Jekyll & Hydes, die Banal-Bösen von Hollywood „abkriegt“ (wie davor schon in „The Green Hornet“). Hier jedenfalls trifft es „vergeudetes Talent“ am besten.

„Wasser für die Elefanten“ ist stimmungsloses Dreiecks-Banal-Getue. Ist lahmes Romanzen-Kintopp. Schön fotografiert. In exotischem Ambiente. Mit spannungslosen Akteuren. Sowie mit der viel zu wenig eingesetzten urigen Star-Elefanten-Dame Tai, die ja neulich schon Julia Roberts in „Eat Pray Love“ fein assistierte. SIE könnte „darstellerisch“ einiges ´rausreißen, aber auch dies kriegt der Regisseur nicht in den Griff. Wie so vieles bei seinem Gähn-Flop-Movie (= 2 PÖNIs).