DER VOLLPOSTEN

DER VOLLPOSTEN“ von Gennaro Nunziante (Co-B + R; Italien 2015; Co-B: Checco Zalone; K: Vittorio Omodei Zorini; M: Checco Zalone; 86 Minuten; Start D: 22.09.2016); richtig – der Film, der im Original „Quo Vado?“ (= „Gehen?“) heißt, wurde hier amüsant mit „Der Vollposten“ betitelt. Und weißt damit in die Themen-Richtung: Der BEAMTE in Italien. Eine Huldigung an d e n einheimischen unbefristeten Festangestellten überhaupt: Checco (CHECCO ZALONE/deutsche Stimme: BASTIAN PASTEWKA). Seine alles andere als arbeitsintensive und finanziell abgesicherte Position in der Landesverwaltung für Jagd und Fischerei in der apulischen Provinz sichert ihm nur Geschenke der vorsprechenden „Kunden“, sondern auch die uneingeschränkte Hoffnung seiner auf Hochzeit „lauernden“ Freundin. Zudem lässt es sich der Mitteldreißiger gerne noch Zuhause bei Mama & Papa gut-gehen. Checco denkt gar nicht daran, diese 24stündige Rund-um-Verwöhnung und -Versorgung aufzugeben.

Doch dann soll „damit“ Schluss sein. Eine Verwaltungsreform aus Rom setzt ihn vor das Dilemma: Entweder freiwillige Kündigung mit Abfindung oder Versetzung. Diese harte Vorgesetzte Sironi (SONIA BERGAMASCO) mag ihn gar nicht. Will ihn „weghaben“. Doch Checco ist beharrlich. Sie beordert ihn an „die schlimmsten Verwaltungs-Orte“ im Lande, mitten in die Pampa, doch vergebens. Sein fester Posten, dieser „posto fisso“, ist diesem „treuen Staatsdiener“ heilig. Als er schließlich „zu Forschungsaufgaben“ am Nordpol landet, beginnen sich Mentalität und Herz bei ihm „zu bewegen“. Durch die hübsche Forscherin Valeria (ELEONORA GIOVANARDI), die allerdings auch „nicht ohne“ (z.B. Kinder) ist, beginnt er, seine Gewohnheiten mal zu überprüfen. Und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

CHECCO ZALONE. Geboren am 3. Juni 1977 in Bari. In Italien als Musiker, Comedian, Liedermacher, Schauspieler, Imitator, Drehbuch-Autor und Vollblut-Schauspieler ein populärer Volks-Held, hierzulande wenig(er) bekannt. Mit über 10 Millionen Kinobesucher hat seine Komödie, die er gemeinsam mit Regisseur Gennaro Nunziante fabrizierte, sogar „Star Wars“ an den dortigen Kinokassen übertrumpft. Hat damit voll die „Nerven des Volkes“ getroffen. Und deren Lachmuskeln erreicht. Was etwas schwierig ist, hierorts nachzuvollziehen. Denn dieser Typ Checco ist alles andere als ein sympathischer Bursche. Mehr der Typ Schmarotzer. Und 100%-Egomane. Allerdings lassen seine Eskapaden, die ihn schließlich nach Afrika versetzen, ahnen, welche aufgeblasene Bürokratie sich über die Jahrzehnte in Italien hat breitmachen können. Mit „solchen Figuren“ wie diesen Faulpelz. Doch auch in Italia ist die Rente, pardon, die Pension, heute auch nicht mehr sicher, lächelt die Komödie schelmisch. Und macht sich lustig über dieses voll versorgte Muttersöhnchen mit reichlich Macken und viel Kleingeist.

Fazit: „Der Vollposten“ aus Italien führt ironische Klischee-Attacken aus und mehr FÜR den europäischen Süden vor. Bei uns bleibt es beim schlichten Grinsen (= 2 ½ PÖNIs).