VAIANA

VAIANA“ von Ron Clements und John Musker (USA 2014-2016; B: Jared Bush; M: Mark Mancina, Lin-Manuel Miranda und Opetaia Foa’i/Lieder; 107 Minuten; Start D: 22.12.2016); unter den 5 erfolgreichsten deutschen Kinofilmen des Jahres 2016 befinden sich – Stand: 11. Dezember 2016 – mit „Zoomania“, „Pets“, „Findet Dorie“ und „Ice Age – Kollision voraus!“ gleich vier ANIMATIONSFILME auf den ersten vier Plätzen (Nr. 5: „The Revenant – Der Rückkehrer“; mit „Oscar“-Gewinner Leonardo Di Caprio). Ungewöhnlich, aber verständlich, dass das Disney-Haus Ende des Jahres 2016 mit einem (nach „Zoomania“) zweiten Animations-Jahres-Streifen im Kino antritt. Originaltitel: „Moana“; deutscher Titel (aus rechtlichen Gründen) „VAIANA“ (gesprochen: Wajana). Dass hierfür die Leitungs-Altmeister RON CLEMENTS & JOHN MUSKER beauftragt wurden, erstaunt auch nicht, denn beide waren einst schon einmal mit einem herrlichen Disney-Wasserfilm erfolgreich: 1989 mit „Arielle, die Meerjungfrau.

Unsere Titelheldin ist 16. Lebt mit ihren Eltern und ihrem Stamm auf der Insel Motonui in Polynesien. Wobei ihr Vater Stammeshäuptling ist und ihr strikt verboten hat und weiterhin verbietet, je über das nahe Riff hinauszufahren („Das Alte hat sich bewährt, mehr brauchst du nicht“). Obwohl die Fisch-Nahrung immer mehr schwindet, gilt diese Anordnung. Zu sehr sind die Erinnerungen von Gefahren durch Natur und schreckliche Gestalten „dort draußen“ geprägt. Aber wie wusste es einst schon der taffe Biermann bei uns: Was verboten ist, das macht uns gerade scharf. Also zieht die Kleine, nach einem ersten vergeblichen Anlauf und gut beraten von der Oma, erneut los, um inmitten des Pazifiks nach Überlebensmöglichkeiten für ihr Volk zu suchen.

Begegnet dabei einem feisten, sich selbst ständig überschätzenden, selbstgefälligen Halbgott namens Maui (Originalstimme, natürlich: Dwayne „The Rock“ Johnson; deutscher Part: ANDREAS BOURANI). Der schon gerne mal seine Helden-Taten lauthals vorträgt, mit seinen „lebendigen“ Rundum-Tätowierungen an seinem Körper spricht, dabei doch an allem schuld ist: Hat er doch einst das mythische Herz einer Inselgöttin geklaut und damit die zunehmende Dunkelheit auf der Insel-Welt heraufbeschworen. Was nun rückgängig gemacht werden muss. Sowohl von diesem Angeber als auch durch die tapfere Vaiana.

Natürlich: Immense Abenteuer winken, die Selbstfindung dieses bezaubernden, couragierten Vaiana-Wesens steht auf dem augenzwinkernden Programm; ständig musikalisch hochkarätig wie fetzig untermalt/begleitet/kommentiert/besungen. Denn „VAIANA“ ist durchweg ein Meeres-Spektakel-Musical. Die Track-Liste umfasst immerhin 40 Titel. Und: In der deutschen Fassung singt HELENE FISCHER den Titelsong „How Far I’ll Go“ von Auli´i Cravalho: „ICH BIN BEREIT“.

Einmal mehr: 3 D-Bauklötzer staunen. Über diese ungemein beeindruckende Perfektion bei der präzisen Gestaltung einer polynesischen Welt. Auch unterhalb, im Wasser. Diese optischen (Computer-)Bilder sind eine Wucht, besitzen eine grandiose sinnliche Ausstrahlung und riesige Faszination. Inmitten einer betont-dramatischen, spannenden, also viel mehr „heftigen“ anstatt – wie sonst – überwiegend süßlichen Disney-Geschichte. Mit ungewohnt wechselhaften Stimmungen. Und wenn am Ende der robuste Kampf gegen das Feuer-Monster ansteht, sollten Kleinkinder im Parkett „geschützt“ werden.

Dennoch und wie schön: Ein wunderbar unartiges liebes Mädel als Klasse-Heldin; der Kerl neben ihr = ein Maul-Affe. Und: D e r heitere Running Gag: Dieser gefiederte Hahn-Begleiter Heihei, der für unfreiwillige hübsche Gag-Einschübe sorgt.

Disney punktet auch mit seinem zweiten Animationsfilm 2016: „VAIANA“ ist eine unterhaltsame Familienfilm-Prächtigkeit (= 4 PÖNIs).

P.S.: Toll auch der 7minütige animierte Vorfilm „INNER WORKINGS“ von Leonardo Matsuda, eine Art Kurzfilm-Version von „Alles steht Kopf“ (s. Kino-KRITIK): Was geht im Innern eines Menschen vor beziehungsweise – was passiert, wenn dort Gehirn und Herz um Entscheidungen ringen…richtig hübsch-clever!!!