TÖDLICHE FRAGEN

In „TÖDLICHE FRAGEN“ von Altmeister Sidney Lumet (USA 1990; 132 Minuten; Start D: 06.09.1990); geht es um das ewige Duell Gut gegen Böse. Aber: Es findet diesmal vor allem innerhalb der
Reihen der Polizei von New York statt. In der sich der bullige Cop Mike Brennan längst eigene illegale Wege und Mittel hat einfallen lassen, um seinen Anteil
vorn anrüchig gewordenen “American Way of Life“ zu bekommen.

Mike Brennan ist fies, brutal, rassistisch und gilt als der beste Beamte im Stall. Als der junge Staatsanwalt Al Reily versucht, gegen ihn zu ermitteln, tritt er gegen eine BürokratenMauer und einen verseuchten Apparat von Gewalt, Machtbesessenheit und Dollar-Gier an. Eine Weile lässt man ihn ermitteln, um den liberalen Anschein eines Rechtsstaats zu wahren, dann fängt die Geschichte offiziell an zu stinken. Wird zu groß und gefährlich, um weiter verfolgt zu werden. Reily wird zur Kapitulation gezwungen, die schmutzigen Geschäfte von Polizei und Politik gehen unangefochten weiter.

Der, der so etwas spannend erzählt, ist 66 Jahre alt und macht schon seit über 50 Jahre Filme. Gute Filme wie “Die 12 Geschworenen“, “Network“ oder “Daniel“. Alles Star und Spannungsfilme, bei denen auch das gesellschaftliche und politische Umfeld eine bedeutsame Rolle spielt. In “Tödliche Fragen“ von Sidney Lumet spielt NICK NOLTE laut, brutal und Überzeugend den “Dirty Mike“. TIMOTHY HUTTON versucht als junger, engagierter Anwalt lange dagegenzuhalten. Vergeblich. Schon das erste Gespräch mit dem Oberstaatsanwalt, PATRICK O‘NEAL mal wieder in einer glanzvollen Schmuddelrolle, gibt den zweideutigen Ton des Films wieder.

Ein raffinierter, brutaler, konsequenter Kriminalfilm, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Edwin Torres, einem ehemaligen Bezirksstaatsanwalt in New York. Ein Krimi, der in die verrotteten Seelen von Kriminellen aller Schichten eintaucht und dabei schmutzige Entdeckungen macht. „Tödliche Fragen“ ist ein exzellenter Thriller, der Übelkeit hervorruft (= 4 PÖNIs).