THINGS WE LOST IN THE FIRE

THINGS WE LOST IN THE FIRE“ von Susanne Bier (USA/GB/Kanada 2006; 118 Minuten; Start D: 29.05.2008); die Dänin zählt zu den spannenden europäischen Regie-Talenten und wurde auch bei uns mit Filmen wie “Der einzig
Richtige“ (1999), “Open Hearts“ (2002), “Brothers – Zwischen Brüdern“ (2004) und “Nach der Hochzeit“ (2006) bekannt. Jetzt hat sie ihren ersten englischsprachigen Film als Co-Produktion USA/GB für rund 17 Millionen Dollar gedreht. Als hochkarätig besetztes Drama.

In einer glücklichen Familie wird der Ehemann und Vater erschossen, als er einer Frau auf der Straße beistehen will, die von ihrem Mann schwer attackiert wird. Audrey, die junge Witwe nimmt daraufhin Kontakt zum besten Freund ihres Mannes auf, dem heroinabhängigen Jerry. Der zieht schließlich ins Gästehaus und rutscht pöh-a-pöh – und im Grunde gegen seinen Willen – in die Aufgaben des Verstorbenen rein; sowohl in der Vaterrolle für zwei kleine Kinder wie auch als Stütze für Audrey. Doch ein “Idealzustand“, wie Audrey es möchte, kann es “so“ nicht geben.

“Things We Lost In The Fire“ sollte ursprünglich “Eine neue Chance“ heißen und ist hochkarätig mit zwei “Oscar“-Preisträgern in den Hauptrollen besetzt: HALLE BERRY (“Monsters Ball“/2002; Bond-Girl in “Stirb an einem anderen Tag“/2002) und BENICIO DEL TORO (“Traffic – Macht des Kartells“/2001; gerade in Cannes als “Che“ Guevara von Steven Soderbergh ausgezeichnet). Das in Vergangenheit und Gegenwart hin- und herspringenden Gefühls- und Charakter-Drama um Läuterung, Rettung und Freundschaft hinterlässt allerdings nur “begrenzte“ Anteilnahmsspuren.

Darstellerisch allemal, hier funktioniert/reizt/“klappt“ ES, während die Trauer-Seelen-Story ein bisschen “überstrapaziert“ und zu quälerisch-sensibel wirkt: SIE muss sich von der großen Liebe ihres Lebens lösen, ER von der Droge. Na ja. Übrigens: In der Rolle des gleich anfangs getöteten und dann in den Rückblenden auftretenden Ehemannes von Audrey, Steven, ist DAVID DUCHOVNY zu sehen, der auch bei uns als FBI-Agent Fox Mulder in der “Akte X“-TV-Serie und im gleichnamigen Kinofilm von 1998 populär wurde.

Fazit: Der künstlerische “Mischmasch“ aus Europa-Kunst und Ami-Show erreicht nur ein Mittelmaß von Unterhaltungs-Unentschieden (= 2 ½ PÖNIs).