Terminal Kritik

TERMINAL“ von Steven Spielberg (USA 2004; K: Janusz Kaminski; M: John Williams; 128 Minuten; Start D: 07.10.2004)

Es war einmal ein Mann mit Namen Viktor Naworski. Der stammt aus dem osteuropäischen Fiktions-Land Krakosia und beabsichtigt in der heutigen Zeit, New York zu besuchen, Als er dort auf dem Flughafen landet, ist jedoch der Pass ungültig, wird das Visum nicht anerkannt, und sein Geld ist auch nichts mehr wert. Der Grund: Ein zwischenzeitlicher Militärputsch in seiner Heimat. Viktor darf weder in die USA einreisen, also New Yorker Boden betreten, noch darf er abgeschoben werden. Ohne gültige Dokumente lässt ihn der resolute Flughafenchef Frank Dixon nicht aus dem Gebäude heraus. Andererseits würde er aber Viktor liebend gerne schnellstens loswerden, Denn der, obwohl anfangs der Sprache kaum mächtig, findet sich mit dem ‚Leben auf dem Flughafen‘ besser ab als erwartet.
Außerdem kommt Viktor, ein ausgesprochener Gutmensch, bald auch schon mit dem Personal in Kontakt. Und findet erste Freunde.

Mit dem Namen STEVEN SPIELBERG verbinden sich gigantische Kino-Hits wie „Der weiße Hai“, „E.T.“, die Indiana-Jones-Abenteuer, „Jurassic Park“ oder „Der Soldat James Ryan“. Und, sein Meisterwerk, „Schindlers Liste“. Der neueste Steven-Spielberg-Film ist ein vergleichsweise „normaler Unterhaltungsfilm“. Dessen Hauptfigur „authentisch“ ist. Kaum zu glauben, aber wahr: Seit mittlerweile 16 Jahren lebt der Iraner Mehran Karimi Nasseri auf dem Pariser Flughafen Roissy-Charles de Gaulle. Ein Gestrandeter, der allerdings mit der von „Oscar“-Preisträger TOM HANKS gespielten Filmfigur Viktor Naworski nicht viel gemein hat. Spielberg erzählt die Geschichte um diesen Heimatlosen ziemlich unpolitisch und als tragikomische Parabel. Ein elternloses, großes Kind muss sich in einer fremden, bürokratisch-kalten Welt zurechtfinden.

„Terminal“ kommt als moralische Komödie daher. Mit viel Märchen-Charme und auch einigem Liebeshauch. Denn Stewardess Amelia, gespielt von der attraktiven Catherine Zeta-Jones, wird auf den sympathischen Viktor-Typ aufmerksam. Naivität durchstreift den neuen Spielberg-Film: Die dortige Multi-Kulti-Gesellschaft ist herzig; soziale, kulturelle oder rassische Spannungen existieren nicht. Slapstick gibt es fein dosiert, hier und da, gepaart mit doppelbödigem Witz. Spielberg zielt auf Emotionen, nicht auf bissig-kritische Unruhe‚ etwa auf die verschärften Kontroll-Mechanismen und das Paranoia-Misstrauen der USA gegenüber Fremden. Alles bleibt hier im Lieb-Sein-Bereich. Während Tom Hanks in der klassischen James-Stewart-Rolle überzeugt: Ein KLEINER MANN im Duell gegen die Mächtigen und Bestimmenden.

Insgesamt: Der neue Steven-Spielberg-Film „Terminal“ ist freundliches Amüsement. Und leider nicht MEHR (= 2 ½ PÖNIs).