TATORT: WEITER, IMMER WEITER (06.01.2019)

Quelle: Martin Valentin Menke/WDR

SIE zählen zu meinen Lieblings-Hauptkommissaren in der „Tatort“-Reihe. Heuer sind Max Ballauf und Alfred „Freddy“ Schenk (Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär) zum 74. Mal (seit dem 5.10.1997/“Willkommen in Köln“) in Aktion gewesen. Nach der „Tatort“-Verulkung am Neujahrsabend vom MDR war nunmehr harte WDR-Krimi-Kost erwartet worden. Und der Serien-Film Nummer 1079, unter der Spielleitung von Sebastian Ko, der damit seinen 4. Kölner Beitrag gedreht hat (= darunter die herausragenden Fälle „Wacht am Rhein“/15.01.17 und „Kartenhaus“/28.02.2016 sowie zuletzt „Mitgehangen“/18.03.2018; s. TV-KRITIK), konnte die Erwartungen mehr als erfüllen. Endlich einmal musste man bis zum Ende – dieses verständlicherweise: ohne Currywurststand – ausharren, um die außerordentliche Story insgesamt „zu kennen“. Zu begreifen.

Dabei standen diesmal weniger die beiden routinierten Polizisten im Mittelpunkt des Geschehens, sondern ein Kollege von ihnen, der sich als gepeinigter „Anthony Perkins“-Psycho herausstellte: Eine furiose Rolle für den Schweizer Schauspieler ROELAND WIESNEKKER, einem der inzwischen kompetentesten Experten für die Darstellung von zerrissenen, zwielichtigen Figuren in deutschen Kino- wie (vor allem) in TV-Filmen. Was für ein gebrochener Menschen-Felsen!

„Weiter, immer weiter“ besitzt Kino-Qualität, wirkte in seiner szenischen Atmosphäre mitunter brillant und bedeutete beste Spannungs-Unterhaltung. Ein packender, ein besonderer „Tatort“- Krimi (= 4 1/2 PÖNIs).