Der Tag, an dem die Erde stillstand

DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILLSTAND“ von Scott Derrickson (USA/Kanada 2008; 103 Minuten; Start D: 11.12.2008); einem amerikanischen Drehbuch-Autor und Regisseur. Seine Filme davor waren: „Love in the Ruins“ (1995/unbekannt); „Hellraiser V – Inferno“
(2000); „Der Exorzismus von Emily Rose“ (2005). Sein neuester Film ist ein Remake des gleichnamigen Science-Fiction-Klassikers aus dem Jahr 1951 von Robert Wise. Der adaptierte damals eine Kurzgeschichte von Harry Bates, die unter dem Titel „Farewell to the Master“ („Abschied vom Herrn“) zuerst in der Oktober-Ausgabe 1940 des Magazins „Astounding Science-Fiction“ veröffentlicht wurde. Tenor: Der Mensch braucht die Erde, die Erde aber den Menschen nicht. Waren bzw. sind Außerirdische in den meisten Film-Fällen zumeist Alien-Aggressoren, die die Menschheit vernichten wollen, ist es hier ganz anders: Mr. Klaatu betritt die (amerikanische) Erde. Er ist, in Menschengestalt, Vertreter einer außerirdischen Rasse und soll prüfen, ob die von Menschen verursachten Umweltschäden, Stichwort Klimawandlung bzw. globale Katastrophe, noch „zu beheben“ sind oder ob die Menschheit auf dem Planeten Erde keine Überlebenschance mehr hat: „Wenn die Erde stirbt, werdet ihr sterben. Wenn ihr sterbt, wird die Erde überleben“.

Natürlich reagiert die amerikanische Regierung einmal mehr mit Unverständnis und Panik. Das Militär wird beauftragt, „das Problem“ zu lösen. Während der Präsident und sein Vize an sicheren Orten getrennt warten, obliegt es der Verteidigungsministerin („Oscar“-Preisträgerin KATHY BATES/“Misery“), anfangs eine Hardlinerin, die Verhandlungen zu führen. Galt damals die Warnung vor der Atombombe, werden hier vorwiegend emotionale, familiäre Motive gestreut. Denn Klaatu lernt eine Wissenschaftlerin samt Stiefsohn kennen, die auf Veränderungen setzt und Menschen-Verständnis: „We could change“, lautet ihr Dauer-Credo.

Was für ein – aktuelles – Thema und wie wird es weitgehend verschenkt: KREANU REEVES („Matrix“) stakst stoisch im guten dunklen Anzug durch die lärmende Szenerie, während die Böller des Militärs krachen, weil die Mächtigen in dem Besucher nur einen „Feind“ sehen, der schnellstmöglichst zu vernichten ist. Inmitten einer nur uninspirierten Papperlapapp-Atmosphäre, in der JENNIFER CONELLY als Dr. Helen Benson nur naiv-staunend herumläuft und bittvoll-hilflose Friedensblicke verströmt. Unangenehm-naseweis an ihrer Seite, das altkluge Söhnchen Jacob (Will-Smith-Sohn Jaden als Nerv-Bubi). Weil sich der Film nicht traut, forsch wie vehement wie leise-durchtrieben politische Stellung zu beziehen und spannende Wechsel-Stimmung zu verbreiten, konzentriert er sich lieber auf das Fiction-SchnatterGebrüll, setzt lieber auf das öde Action-Spektakel als auf klug-gelenkte Öko-Gedanken. Ein bemühter Unterhaltungszwitter von Genre-Kino, der mehr in Richtung Langeweile denn gen (An-)Spannung tendiert. Spaßfaktor: MittelMÄßIG (= 2 ½ PÖNIs).