Stellungswechsel Kritik

STELLUNGSWECHSEL“ (D 2007; 97 Minuten; Start D: 03.10.2007) von Maggie Peren; einer in Heidelberg geborenen Autorin, Schauspielerin, Produzentin + Regisseurin vom Jahrgang ´74; hat mal ganz beachtliche Skripts für Filme wie „Vergiß Amerika“ (2000) und „Napola – Elite für den Führer“ (2004/“Deutscher Filmpreis“), hat aber auch ziemlich einfältige Drehbücher für Filme wie die „Mädchen, Mädchen“ (2001) und „Mädchen, Mädchen 2 – Loft oder Liebe“ (2005) verfasst. In ihrem Regie-Erstling kopiert sie das britische Erfolgsmuster aus „Ganz oder gar nicht“ (1997). Waren es dort 6 arbeitslose Stahlarbeiter, die eine Striptease-Boy-Group gründen, geht es hier um 5 Münchner Typen „nach der Klischee-Stange“, die eines verbindet: Knappe Kasse, fast gar kein Liebesleben.

So tun sie sich schließlich, nach einigem ganz ulkigen, bisweilen pointierten Abtasten, als Call-Boys „mit Orgasmusgarantie“ zusammen: Der einfühlsame Frauenversteher und Doktor der Philologie Frank (FLORIAN LUKAS); der in die Jahre gekommene nette Olli mit dem insolventen Feinkostladen (GUSTAV-PETER WÖHLER); der gescheiterte und mittlerweile für „zu alt“ befundene Manager (HERBERT KNAUP); der jugendliche Grünschnabel, der zwar wie der junge Antonio Banderas ausschaut, aber noch „Jungfrau“ ist und kaum was auf die Reihe kriegt (Kostja Ullmann) sowie der unterbelichtete, sich mächtig überschätzende Polizisten-Macho Gy (SEBASTIAN BEZZEL/“Schwere Jungs“). Man kabbelt und brabbelt, man brunst und windet sich, man plappert, staunt und puzzelt nett herum.

Gott sei Dank, keine blöde Geschlechter-Klamotte, keine depressive Sozial-Schmonzette, auch keine teutonischen Diskussionen über die „neue Rollenverteilung“ der Paare, sondern eine ganz liebe, freundliche, sympathische Unterhaltungs-Lockerheit in Sachen „Nur-mal-so-deutsche Komödie“. Ist zwar harmlos wie unangestrengt, auch vorhersehbar, ist dabei aber auch um ein Vielfaches amüsanter als so viele dieser überdick auftragenden Schema-F-Bonbon-Übersee-Doof-Importe (= 3 PÖNIs).