Seifendiebe Kritik

Stellen Sie sich vor: Im Fernsehen läuft ein Schwarz-Weiß-Spielfilm. Ein italienischer Klassiker des Neo-Realismus: „DIE SEIFENDIEBE“ von Maurizio Nichetti (B,D+R; It 1989; 94 Minuten; Start D: 13.09.1990). Aber, weil wir uns in Italien befinden, wird der Streifen andauernd von der bunten Werbung unterbrochen. Und es kommt noch schlimmer: Irgendwann mittendrin vermischen sich Spielfilmhandlung und Werbung. Die Figuren von hier befinden sich mitten mal dort. Und umgekehrt. Die arme, gebeutelte Proletarier Mama giert nun nach dem Konsum, während der hübsche Nackedei aus der Werbung im Armenviertel von Rom herumgeistert. Klar, dass der Regisseur bei soviel Trubel und Missverständnissen schließlich selbst in das Film-Geschehen eingreift, um endlich wieder Ordnung in seinen Film zu bringen.

“Seifendiebe“ ist ein hintergründiger Spaß. Thema: Cineasmus-heute. Oder: Eine pfiffige Real-Satire nach dem spöttischen Motto: Was passiert eigentlich, wenn Werbung andauernd durch einen Film unterbrochen wird… Der Co-Autor, Regisseur und doppelte Hauptdarsteller heißt Maurizio Nichetti. Ihn kennen wir auch hierzulande durch Filme wie “Ratataplan“ oder “Allegro Non Troppo“. Ihm geht es einerseits um eine Hommage an die alten Kunst-Klassiker des italienischen Films und andererseits um die heutige Verrohung in Sachen Filmkultur.

“Die Seifendiebe“ hat was mit “Purple Rose Of Cairo“ von Woody Alpen und mit “Hellzapoppin“ zu tun, dem Lustspielhit aus den 40ern. Ein pointenreicher, vergnüglicher und sehr zweideutiger Spaß (= 4 PÖNIs).