SANTA SANGRE

SANTA SANGRE“ von Alejandro Jodorowsky (B+R; Mexiko/It 1989; 123 Minuten; Start D: 31.01.1991)

Ein Elefant liegt auf den Stufen eines Tempels und verblutet. Eine Frau ist am ganzen Körper tätowiert und hat eine perverse Leidenschaft für gefährliche Spiele mit Messern.
Ein paar Liliputaner sind wie Clowns geschminkt. Wenn sie trauern holen sie ihre kleinen Flöten und Trommeln hervor und spielen schrille Lieder. In dieser verrückten Welt wächst Fenix, ein kleiner Junge, auf – in einem Zirkus in Mexico City. Sein Vater ist der Zirkusdirektor, ein brutaler, fetter Suffkopp. Seine Mutter, eine fanatische, religiöse Artistin, die eine Heilige verehrt

Blut spielt eine große Rolle in Alejandro Jodorowsky‘s Film „Santa Sangre“. Es ist das ewige Symbol für Leben und Tod. Fenix Vater hat eine Geliebte. Die eifersüchtige Mutter übergießt die Frau mit Säure. Der Vater schneidet seiner Frau daraufhin beide Arme
ab – und sich selbst die Kehle durch. Zu viel Blut, zu viel Wahn für Fenix. Er verbringt die nächsten zwölf Jahre in einer Nervenheilanstalt. Aber das Elend hat kein Ende. Fenix Mutter taucht auf, bringt ihren
Sohn dazu, aus der Anstalt zu fliehen, um ihn von nun an zu traktieren. Fenix Mutter hat hypnotische Kräfte. Sie zwingt Fenix ihren Willen auf und bringt ihn dazu, alle Frauen zu ermorden, in die er sich verliebt.

„Santa Sangre“ ist ein surrealistischer Film. Die Vision des Regisseurs von Elend, von Brutalität und Horror. Im Film wird kaum gesprochen. „Santa Sangre“ lebt von seinen erschreckenden, eindrucksvollen Bildern und der eindringlichen Musik. Ein Film der Kontraste. Romantische Gitarrenklänge, dazu Bilder von Dreck, von Exzessen, vom Wahn. Ein Film, der eine bedrückende, beklemmende Atmosphäre erzeugt, weil er provoziert, Tabus bricht.
Da, wo andere Filme die Kamera wegziehen und und mit der Phantasie des Zuschauers spielen, da beginnt „Santa Sangre“. Ein Film, der zugleich poetisch und abstoßend ist (= 3 PÖNIs).