San Andreas Kritik

SAN ANDREAS“ von Brad Peyton (USA 2014; B: Jeremy Passmore, Andre Fabrizio, Allan Loeb, Carlton Cuse, Chad Hayes, Carey Hayes; K: Steve Ydedlin; M: Andrew Lockington; 114 Minuten; Start D: 28.05.2015); auch hier: Je mehr Autoren an einem Stoff herumwursten, um so bekloppter wird die ganze Chose. Der Titel bezieht sich auf die so genannte „San-Andreas-Verwerfung“. Auch als San-Andreas-Spalte bekannt. Sie erstreckt sich über rund 1100 Kilometer Länge von Mexiko bis zum Norden von San Francisco. Als sie sich, im Film, wie schon von Wissenschaftlern erwartet, verschiebt, kommt es in Kalifornien zu einem Erdbeben der Stärke 9. Doch das ist nur der Anfang. Der Auslöser für eine ununterbrochene Zerstörungsgewalt der Natur. Im Rundum-Amerika.

Schon die erste Szene ist dämlich. Völlig unglaubwürdig. Eine Blonde im Auto. Was passiert, wenn eine Blondine Auto fährt: sie hat einen Becher Kaffee in der Hand, versucht sich am Handy und schon – gerät sie in eine Erdspalte. Mit ihrer Karre. Überlebt unverletzt, damit Rettungsflieger Ray (DWAYNE JOHNSON; genau: „The Rock“) sie spektakulär retten darf. Schnitt. Papi hat seine Arbeit gemacht. Trifft sich mit seiner geschiedenen attraktiven Ex (CARLA GUGINO), seiner hübschen Tochter Blake (ALEXANDRA DADDARIO) und dem neuen Mutti-Lover, um zu palavern. Unwichtig. Denn bald darauf geht die ganze amerikanische Erde kaputt. Und Ray wird, gemeinsam mit seiner Ex, nicht etwa den überlebenden Menschen helfen, sondern sich auf die Suche nach der verschollenen Tochter machen. In diesem Total-Desaster. Die hat natürlich inzwischen einen netten Boy-Freund und seinen kleinen Bruder an der Seite, um ihrerseits in diesem Trümmer-Chaos milde Abenteuer zu erleben.

Der Inhalt, klar, Bierdeckel. Von wegen: Mit Karacho. Doch diesmal mit absolut gigantischem Karacho. Was die Film-Amis inzwischen bis zur Trick-Perfektion können, ist: Alles, aber auch wirklich alles „atmosphärisch“ kaputt gehen zu lassen. Hochhäuser, Riesen-Schiffe, große Brücken. Diesmal sind an der Zerstörung keine Terroristen beteiligt, sondern eben die Natur. Die sich buchstäblich aufbäumt. Was der Wissenschaftler Lawrence erwartet hatte, ihn dennoch aber in diesem unvorstellbaren Ausmaße bestürzt (PAUL GIAMATTI am ständigen Staunen; völlig unterfordert). Wie immer bei solchen hollywoodschen Katastrophen-Anlässen, werden keine Toten gezeigt, ist der menschliche Blut-Fluss äußerst begrenzt. Von wegen Jugend-Freigabe. Und sogar die hauptbeteiligten Mädels (Mutter, Tochter) sehen bisweilen aus, als kämen sie vom Frisör. Von der geföhnten Dauerwelle. Eben noch eine kleine Schramme im Gesicht, in der nächsten Einstellung ist das Gesicht wieder sauber. Während „Mucki-Bude“ Dwayne Johnson alias Ray Gaines „ackert“. Als Hubschrauber-Held. Mit Körpereinsätzen. Drumherum fällt zwar alles auseinander, in sich zusammen, aber er will unbedingt die Familienzusammenführung. Deshalb trotz er mit seinem Boot schon mal einem Tsunami. Wau!

Platt-Machen. Putt-Machen. Alles. In Perfektion. Sieht toll aus. In 3 D. Roland Emmerich („The Day After Tomorrow“) muss sich sputen, um mit seinem nächsten Zerstörungswerk aufzuholen. Wenn hier bloß nicht diese dürftige, lächerliche, extrem bescheuerte Story wäre. Und diese alberne, nervende Arnold Schwarzenegger-Kopie Dwayne Johnson (= 2 PÖNIs).