Namesake Kritik

THE NAMESAKE – Zwei Welten, eine Reise“ von Mira Nair (Indien/USA 2006; 122 Minuten; Start D: 07.06.2007); ist eine amerikanische Produktion von 2006 der renommierten indischen Regisseurin („Salaam Bombay“/1987; „Mississippi Masala“/1991; „Monsoon Wedding“/2001/“Goldener Löwe“ von Venedig; „Vanity Fair“/2004/mit Reese Whitherspoon); der Titel lautet/bedeutet übersetzt „Der Namensvetter“. Mit der Adaption des gleichnamigen Romans der Pulitzer-Preisträgerin Jhumpa Lahiri („Melancholie der Ankunft“/2000) entstand ein fesselndes wie realistisches Familiendrama, das über zwei Generationen hinweg die prekäre Balance zwischen Ost + West aufzeigt.

Das Leben in und zwischen zwei Kulturen, „erlebt“ über 40 Jahre Lebenszeit, vom Ende der 60er bis heute. Nach einer nach Bengali-Tradition arrangierten Ehe zwischen einer Sängerin und einem Wissenschaftler zieht das Paar von Kalkutta nach New York. Er arbeitet dort als Dozent für Literatur, Sie bleibt Zuhause und fühlt sich trotz der vorwiegend indischen Vorort-Nachbarschaft allein(gelassen). Erst nach und nach, und ganz behutsam, lernen die Eheleute sich überhaupt erst einmal kennen, schätzen und lieben. Doch erst die nächste Generation, mit dem ältesten Sohn Gogol, fängt an, sich in den USA „richtig-heimisch“ zu fühlen und rebelliert gegen die häuslichen Ur-Heimat-Traditionen.

Mit sehr viel gescheitem Humor und einer wunderbar-respektvollen Zärtlichkeit erzählt die heute 49jährige Filmemacherin, die selbst als 19jährige aus Neu-Delhi zum Harvard-Studium in die USA kam, als bekannteste anglo-indische Filmemacherin Pionierarbeit für das Weltkino leistete und heute selbst zwischen Asien + New York pendelt, eine sanft-spannende, nachvollziehbare, schöne Familien-Geschichte. Intelligent wie glaubwürdig. Unterstützt von einem erstklassigen Schauspieler-Ensemble (mit hierzulande unbekannten Akteuren). Reifes, feines Epos als Großartig- universelles Zwei-Stunden-Unterhaltungskino über den historischen wie aktuellen „Zusammenstoß der Kulturen“ (= 4 PÖNIs).