Mein liebster Albtraum Kritik

MEIN LIEBSTER ALPTRAUM“ von Anne Fontaine (B+R; Fr/Belg 2010; 102 Minuten; Start D: 19.01.2012); seit dem Weihnachtsfest 2010 zählen SIE wieder zum festen Bestandteil des hiesigen Heimkinos. Nachdem es nämlich jahrelang aus rechtlichen Gründen nicht möglich war, die ) von Anne Fontaine (Co.-B.+R.); zuletzt war die auch als Schauspielerin tätige 51jährige, aus Luxemburg stammende Drehbuch-Autorin und Regisseurin mit „Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“ (2009, mit „Amelie“ Audrey Tautou) auch in unseren Kinos vertreten. Dort spielte BENOIT POELVIOORDE den Liebhaber. Hier nun darf der 46jährige belgische Mime, den wir hierzulande mittlerweile über Filme wie „Mann beißt Hund“ (unvergessen; 1992) sowie neulich „Die anonymen Romantiker“ und „Nichts zu verzollen“ kennen, mal wieder richtig „abdampfen“. Als Proll Patrick. Der ebenso ein listiger Loser wie trinkfreudig ist. Und sicherlich mit der gutbürgerlichen Agathe (ISABELLE HUPPERT), einer resoluten Galeristin, NIE aufeinander geprallt wäre. Doch ausgerechnet SEIN Sohn ist mit IHREM befreundet. Elternabend, es fliegen die verbalen Vorurteilsfetzen, man kommt sich also näher. Auch „häuslich“, denn ER parkt seinen Sohn gerne bei IHR. Und ihrem gutmütigen Lebensgefährten Francois (ANDRÉ DUSSOLLIER/“3 Männer + 1 Baby“). Außerdem bietet er sich als praktischer Haushandwerker an. Mit verheerenden Folgen.

Sieben Jahre erfolgreiche Universitätsklugheit gegen einen vollmundigen Ex-Knastologen. Mit Wohlfahrtszugewinn. Zwei völlig unterschiedliche Welten. Von Kultur und überhaupt. Mit allerdings einer Gemeinsamkeit – beide stänkern zu gern. Ständig. Brüskieren „liebevoll“ ihre Umgebung. Die mondäne Lady ebenso wie dieser obszöne, aufdringliche Prekariatsbruder. Dass DIE etwa jemals „zusammenkommen“ könnten…, schwerlich vorstellbar. Eigentlich ausgeschlossen. Unvorstellbar. Dieser kalte weibliche Eiszapfen und dieser „direkte“ Brüll-Affe. Doch Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Und auch aus.

Das französische Komödien-Kino. Gerade durch „Ziemlich beste Freunde“ im totalen Aufwind. Auch bei uns. „Mon pire cauchemar“ (Originaltitel) lässt Dünn & Doof locker zicken. Isabelle Huppert, so zerbrechlich wie herb gelaunt, ist ein kultivierter Ganzkörper-Stinkefinger, Benoit Poelvoorde präsentiert herzig einen Brechreiz-Charme-Bolzen. Gegen Ende verlieren sich pointiertes Timing und durchdachte Story ein wenig, verheddern sich sozusagen, dennoch kommt dieser neckische Streifen ganz schlagfertig über die unkonventionellen Unterhaltungsrunden (= 3 PÖNIs).