Manderlay

MANDERLAY“ von Lars von Trier (B+R; Dänem/Schwed/Fr/GB/D/Niederl. 2005; 139 min; Start D: 10.11.2005); setzt die Amerika-Trilogie – nach „Dogville“/2003/mit Nicole Kidman – fort, bei der der dänische Autor und Regisseur seinen Anti-Amerikanismus zynisch pflegt. Auch hier arbeitet er wieder bühnenhaft-verfremdend (der Film wurde komplett in einer großen Halle gedreht) und erzählt erneut von der Gangster-Tochter Grace (jetzt von der bei uns unbekannten Bryce Dallas Howard gespielt), die Anfang der 30er Jahre in einer kleinen Gemeinde im tiefen Süden der USA auf Immer-Noch-Sklavenhaltung stößt. Prompt beschließt sie, diese hier abzuschaffen, um „demokratische Verhältnisse“ einzuführen. Doch weil selbst die Schwarzen mit der neuen Freiheit nichts anfangen können und wollen, stößt die „Befreierin“ auf ziemliche Probleme.

Marionettenhaftes Kopf-Polit-Kino, mit natürlich reichlich Anspielungen auf die aktuelle (Irak-) Amerika-Politik; rabenschwarz, belehrend, wie eine abstrakte Bertolt-Brecht-Fabel wirkend, aber auch irgendwie – nach „Dogville“ – abgenutzt in Stil, Gedanken und Atmosphäre erscheinend(= 2 ½ PÖNIs).